Roter Machtkampf scheint noch nicht zu Ende
Innsbrucker SPÖ-Bezirksparteivorstand demontiert Spitzenkandidatin Heisz, Buchacher drängt auf Klubchef.
Innsbruck –So schnell kann es gehen. Noch beim Stadtparteitag der Innsbrucker SPÖ wurde Irene Heisz mit 66 Prozent der Delegiertenstimmen zur Bürgermeisterkandidatin gekürt. Ohne Gegenkandidaten ein an sich durchwachsenes Ergebnis. Doch nichts im Vergleich zu ihrem Ergebnis in der Sitzung des Bezirksparteivorstandes am Mittwoch. Nach dem desaströsen Wahlergebnis bei der Gemeinderatswahl – die SPÖ stürzte auf knapp über zehn Prozent ab, Heisz selbst bekam nur knapp sieben Prozent bei der Direktwahl – sollte die rote Chefetage festlegen, wer denn nun für die SPÖ künftig im Stadtsenat sitzen soll.
Üblicherweise ist das der Spitzenkandidat. Doch Heisz wurde abmontiert. Mit 4:15 Stimmen erkor der Bezirksparteivorstand die Listen- dritte Elisabeth Mayr zur designierten roten Stadträtin. Mayr fungierte bis dato als Geschäftsführerin des Gemeinderatsklubs. „Der Vorstand traut Mayr zu, die Partei im Senat zu vertreten – mir nicht“, kommentierte Heisz das Ergebnis dieser geheimen Wahl. Die Konsequenz sei für sie deshalb klar: „Ich werde am 24. Mai als sozialdemokratische Gemeinderätin angelobt.“
Mayr selbst sagt, sie sei von ihrem Ergebnis überrascht worden, aber dankbar. Nun gelte es, die SPÖ auf die Zukunft vorzubereiten.
Doch der Entscheidung war ein hartes und zähes Ringen in der Stadtpartei vorausgegangen. Insbesondere die rote Jugend und auch ein Kreis rund um Ex-Gemeinderätin Angela Eberl soll gegen Heisz mobilgemacht haben. Bereits in den kommenden Tagen wird sich der vierköpfige neue Gemeinderatsklub konstituieren. Dort soll auch der neue Klubchef der Gemeinderatsfraktion bestimmt werden. „Diese Entscheidung trifft die Mehrheit des Klubs“, sagt Heisz. Jedoch soll Parteichef Helmut Buchacher noch in der Vorstandssitzung am Mittwoch Anspruch auf dieses Amt erhoben haben. Heisz würde also auch hier durch die Finger schauen.
Sowohl die vier SP-Gemeinderäte als auch NR Selma Yildirim und ÖGB-Tirol-Chef Philip Wohlgemuth werden das rote Verhandlungsteam für mögliche Koalitionsverhandlungen nach dem Wahlsonntag stellen. (mami)
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