Kein Geld für den Kofel: Rodelbahn und Badeteich vor dem Aus
Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Stadt Innsbruck sollen die Rodelbahn und der neue Badeteich im Gemeinderat noch einmal hinterfragt werden.
Innsbruck — Und wieder ist es der Patscherkofel, der auch der neuen Innsbrucker Stadtkoalition das Leben schwer macht. Vier Millionen sind es, die derzeit an noch aufzuarbeitenden Mehrkosten auf dem Tisch liegen. Zur Erinnerung: Das Gesamtprojekt Patscherkofelbahn liegt derzeit bei 58 Mio. €. Der einstige Kaufpreis der alten Anlagen von 10 Mio. nicht miteingerechnet.
Wie exklusiv berichtet, sollen die neuen Mehrkosten auch auf die beschleunigten Arbeiten im Vorjahr zurückzuführen sein. Laut einer der TT vorliegenden Zwischenaufstellung liegen die Mehrkosten aktuell bei rund 4,53 Mio. €. Dabei klaffen bei einzelnen Positionen zwischen Soll und Ist teils erhebliche Abweichungen. Der „Spezialtiefbau" kam statt knapp 750.000 auf 1,7 Mio. €, die Innendämmung statt 480.000 € nun auf eine knappe Mio. €. Die Schleppliftverlegung kostete 324.000 statt ursprünglich geplant rund 50.000 €. Andere Gewerke wurden aber auch billiger.
Willi: "Projekte werden fertig finanziert"
Wobei: Die Neuauflage der alten Viererkoalition ist sich einig, diese Mehrkosten (und auch jene, die für das Haus der Musik bereits bestätigt sind) zu tragen. Was sollte man auch anderes tun, stellte Neo-BM Georg Willi (Grüne) gestern vor versammelter Presse die Frage in den Raum: „Eine städtische Firma in Konkurs gehen lassen?" Mitnichten, so der Tenor in der Koalition. „Diese Projekte werden fertig finanziert", so Willi. Die Bahn stehe, die Rechnungen seien zu bezahlen. Wobei die ehemalige Finanzchefin und nunmehrige Vize-BM der Stadt, Christine Oppitz-Pörer (FI), darauf verweist, dass eine Endabrechnung für den Kofel noch ausstehe und nicht alle Mehrkosten von Stadt und der Patscherkofelbahn GmbH auf Punkt und Beistrich auch akzeptiert würden.
Einig sind sich Willi und Oppitz-Plörer, dass der Fokus (der Medien) auf finanzielle Negativschlagzeilen nicht zielführend sei. Immerhin käme das Straßenbahnprojekt um zig Millionen billiger.
Badeteich und Rodelbahn droht das Aus
Offen lässt Willi angesichts der allgemein angespannten finanziellen Lage der Stadt, was vom Kofelprojekt jetzt überhaupt noch umgesetzt werde. Sowohl die vielgepriesene Rodelbahn als auch der neue Badeteich sollen im Gemeinderat nochmals hinterfragt werden. Mehrheiten hierfür sind derzeit auch in der Koalition nicht absehbar. Beiden droht das Aus. Fix ist: Die Koalition muss die Kofelfinanzen spätestens im Juni-Gemeinderat beschließen. (mami)
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