Leerstehende Wohnungen: Von Steuern redet keiner

In Innsbruck soll erhoben werden, wie viele Wohnungen leer stehen. In Berlin oder Amsterdam setzt es Geldstrafen für Leerstände. In Zürich wird die Eigentumswohnung besteuert, egal, ob sie leer steht oder nicht.

Jetzt soll erhoben werden, wie viele Wohnungen in Innsbruck leer stehen. Die Schätzungen reichen von 1000 bis 3000 Leerständen.
© TT/ Böhm

Von Anita Heubacher

Innsbruck, Zürich — In Zürich steht so gut wie keine Wohnung leer, in Innsbruck weiß das niemand so genau. Die Schätzungen liegen zwischen 1000 und 3000 ungenutzten Wohnungen in der Landeshauptstadt. Die neue Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) will die genaue Zahl erheben lassen. Was sie damit anfangen will, lässt die Landesrätin offen. „Interessant sind vor allem die Gründe, wieso nicht vermietet wird." Die Wörter „Steuern", „Leerstandsabgabe" oder „Geldstrafen für Leerstände" will die Landesrätin nicht in den Mund nehmen. „Wir werden Maßnahmen treffen, die leer stehenden Wohnungen zu mobilisieren." Palfraders Parteifreund und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer hat schon einmal in der hauseigenen Kammerzeitung deponieren lassen, dass er Leerstandsabgaben nichts abgewinnen kann. Die Unantastbarkeit des Eigentums schreibt sich die ÖVP seit Jahrzehnten auf die Fahnen.

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