Südtirol beschloss Gesetzesentwurf für Abschuss von Wölfen und Bären

Die Maßnahmen seien notwendig zum Schutz der Berglandwirtschaft, wo die primäre Zuständigkeit beim Land liege, sagte der Südtiroler Landeshauptmann Kompatscher.

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Bozen – Die Südtiroler Landesregierung hat am Dienstag einen Gesetzentwurf für sogenannte „Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen“ bei Großraubwild wie Wölfe und Bären verabschiedet. Eine Entnahme, Fang oder Abschuss einzelner Bären oder Wölfe in bestimmten Ausnahmesituationen könne das Land demnach autonom verfügen, hieß es in einer Aussendung.

„Stets im Sinne der staatlichen und europäischen Vorgaben und nach Einholen eines Gutachtens des staatlichen Instituts für Umweltschutz und Umweltforschung ISPRA“, wie ausdrücklich ergänzt wurde. Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) könne damit „Maßnahmen im Management von Bär und Wolf in Südtirol“ umsetzen. Dies sei notwendig zum Schutz der Berglandwirtschaft, wo die primäre Zuständigkeit beim Land liege.

Kaum Rückzugsräume

Mit dem Gesetz setze Südtirol EU-Richtlinie und staatliche Bestimmungen direkt um. Entnahmen dürften die Population der Großen Beutegreifer in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nicht beeinträchtigen. Es müsse also gewährleistet bleiben, dass Braunbär und Wolf den günstigen Erhaltungszustand gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU erreichen können oder dort verbleiben.

„Südtirol ist extrem anthropisiert“, meinte Kompatscher. Es sei schwierig, Rückzugsräume zu finden, in denen sich Wölfe und Bären ungestört aufhalten können. Deshalb seien Konflikte vorprogrammiert. (APA)

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