Premiere der Kauner Bühne mit „Sabina“
Kauns – Einblicke in den österreichischen Ständestaat (1934–1938) gibt die Heimatbühne Kauns mit ihrem Zeitgeschichtespiel „Sabina“ von Ekke...
Kauns –Einblicke in den österreichischen Ständestaat (1934–1938) gibt die Heimatbühne Kauns mit ihrem Zeitgeschichtespiel „Sabina“ von Ekkehard Schönwiese.
Das Bühnenstück erzählt von einer tiefreligiösen Frau, die als Volksschülerin einen Lehrer hatte, an den sie sich noch sehr gut erinnern kann. Er war ein bekennender Sozialist, ein begeisterter Pädagoge, der mit seinen Anschauungen einiges an Konflikten mit dem Dorfpfarrer auszutragen hatte. Sabina erinnert sich, wie ihr beim Kirchenbesuch die Masche aus ihrem Zopf aufgegangen war, sie mit offenen Haaren dakniete und vom Lehrer, der auch Organist war, zur Rechenschaft gezogen wurde. Sosehr sie das als ungerecht empfand, fühlte sie sich diesem Lehrer doch auch verbunden und erzählt, wie es dazu kam, dass er von den Nazis gehenkt wurde.
Regisseur Schönwiese bezieht sich in vielen Details auf Authentisches, das in der Dissertation von Christian Mathies (2017 über den Schulalltag im Ständestaat) beschrieben ist. Ein an Zeitgeschichte interessierter Mann, dargestellt von Alfred Nigg, meint im Dialog auf der Bühne: „Solange es noch die Möglichkeit gibt, Geschichte aus dem Mund der Alten und Ältesten zu erfahren, muss das genutzt werden. Weil bei der Geschichtsschreibung das Persönliche verloren geht. Beim Erzählten aber hat Zeitgeschichte ein Gesicht mit Profil und Falten.“
Premiere ist am Samstag, 30. Juni, Beginn 20.30 Uhr im Kulturhaus. Tickets 10 Euro, Tel. 0677/61441790. Infos in Internet: www.schauspiele-kauns.at. (TT, hwe)
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