Gerichtssplitter

Piefke-Saga auf Skilift-Parkplatz brachte Deutschen vor Kadi

Der laufende Motor eines Tirolers erzürnte Deutsche.
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Die Geschichte hätte Felix Mitterer zu Ehren gereicht und zeigte auf, dass das Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern auch abseits ...

Die Geschichte hätte Felix Mitterer zu Ehren gereicht und zeigte auf, dass das Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern auch abseits von Fußballspielen recht schnell spannungsgeladen sein kann. Das Drehbuch: Nach einem Skitag im Dezember war ein älterer deutscher Urlaubsgast am Parkplatz eines Stubaier Liftes zum Auto einer Tiroler Familie geschritten, um anzuregen, doch endlich den Motor abzustellen. Jener war gelaufen, da der Lenker noch die Parkkarte entwerten musste und bei klirrender Kälte dessen Frau und der kleine Sohn im Wagen verblieben waren.

Nachdem die Gesten des Deutschen nicht gefruchtet hatten, kehrte der Lenker mit dem entwerteten Ticket zurück. Schnell entflammte ein Streitgespräch zwischen „Joe" und „Karl-Friedrich". An dessen Ende hatte sich der gestern am Landesgericht wegen schwerer Körperverletzung angeklagte Sohn des Deutschen dem offenen Fenster des Fahrers genähert. Die Tirolerin ortete darin den Versuch, Ohrfeigen auszuteilen. So sprang sie aus dem Auto und sogleich auf den Deutschen. „Wie eine Furie ist sie ihn angesprungen und kratzte ihn mit ihren langen Nägeln im Gesicht!" Als sie der Deutsche schließlich wegschupfte, stürzte die Tirolerin und verletzte sich.

Ein Freispruch für den Deutschen: „Hier bestand eine Notwehrsituation. Es war hier wohl durchaus gerechtfertigt, sich eines Stoßes zu bedienen, schließlich ist die Frau ja immer wieder auf ihn losgegangen", urteilte gestern Strafrichter Andreas Mair — ganz ohne Lokalpatriotismus.

Geläuterter Dealer

Gänzlich geläutert sorgte ein 53-Jähriger gestern für eine selten vorkommende Prozesssituation. Er selbst war nämlich zur Polizei geschritten und hatte den Verkauf von 630 Gramm Kokain und 600 Gramm Cannabis angezeigt. „Das Zeug hätte mich sonst umgebracht", begründete der einstige Gastronom und DJ vor Richterin Helga Moser. Mit Alkohol, Cannabis und einer Sechs-Tage-Woche hatte alles angefangen. Das Ende in der Drogentherapie ist nun ein Neuanfang. Statt drei Jahren Haft ergingen so als Anerkennung gerade zur Hälfte bedingte 1200 Euro Geldstrafe. (fell)