Stahlrohr soll Gefahr für Radler bannen
Der ehemalige Innradweg in Angath ist zwar gesperrt, für Passanten ist dies aber nicht ersichtlich. Ein Stahlrohr soll zur Weg-Freigabe führen.
Von Jasmine Hrdina
Angath, Wörgl –Tirol radelt munter der Radweltmeisterschaft im September entgegen. Während die Veranstalter bereits stolz ihre Flaggen hissen, liegen der „Raddestination Tirol“ andernorts buchstäblich noch Steine im Weg. So etwa auf dem ehemaligen Innradweg zwischen Angath und Wörgl. Die Strecke nordseitig entlang des Inns musste nach vermehrten Murenabgängen und Steinschlägen in den vergangenen Jahren letzten Endes komplett gesperrt werden. Welch kreative Vorschläge auch gemacht wurden – zu hoch wären Aufwand und Kosten zur Sicherung des Hanges für die knapp 1000-Einwohner-Gemeinde Angath gewesen – die TT berichtete. Der Inntalradweg wurde in der Folge über den Wörgler Ortsteil Söcking nach Kirchbichl verlegt.
Mittlerweile trifft man auf dem vermurten Weg aber wieder Radler und Fußgänger an. „Die Sperre ist aber immer noch aufrecht“, teilt Erwin Obermaier, Leiter des Baubezirksamtes Kufstein, auf Nachfrage der TT mit. Die Absperrungen dürfte jemand beiseitegeräumt haben, vermutet Angaths Bürgermeister Josef Haaser. Beim Lokalaugenschein am Wochenende stehen die eineinhalb Meter langen und hüfthohen Absperrungen am Wegesrand. Schilder, die auf die Gefahr von Steinschlägen und Murenabgängen hinweisen, sucht man vergebens. „Zuständig sind die Gemeinden als Wegerhalter“, so Obermaier. „Den Vertrag als Wegerhalter haben wir vor Jahren gekündigt“, erklärt Haaser und verweist wiederum auf das Amt. Noch weniger Klarheit herrscht bei den Spaziergängern: „Mir war das nicht bewusst, dass der Weg gesperrt und es gefährlich ist, hier entlangzulaufen“, meint eine Dame vor Ort gegenüber der Tiroler Tageszeitung.
Geht es nach Haaser, dürfte es ohnehin bald Licht am Ende des Tunnels – dank eines ebensolchen – geben. Bei den Gefahrenstellen soll ein großes Stahlrohr die Passanten vor Steinen und Murenabgängen schützen, so der Vorschlag des Bürgermeisters.
Ob dies den geologischen und hydrologischen Ansprüchen genügt, bleibt abzuwarten. Zurzeit würde an einem Konzept gearbeitet, im nächsten Schritt wolle man die Meinung des Landesgeologen einholen. „Ein Rohr macht jedenfalls nur Sinn, wenn auch Lkw durchpassen, die man zur Wegerhaltung braucht“, schickt Landesgeologe Gunther Heißel voraus.
Die Kosten für das Projekt liegen laut Angaths Bürgermeister „im höheren sechsstelligen Bereich“, finanziert werden müsste es über die betroffenen Gemeinden Angath und Wörgl, den Tourismusverband sowie die Fördertöpfe des Landes Tirol. Ein Grundsatzbeschluss dazu wurde am Mittwochabend im Angather Gemeinderat gefasst.
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