Bezirk Landeck

Götzenacker löst Staunen aus

Expertengespräche am Fundort – mit dem Archäologen Johannes Pöll (3. v. l.) und Hausbesitzer Peter Granegger (l.).
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Der Zufall führte Regie: Hausbesitzer in Landeck-Perjen stieß auf eine Bronzefigur aus der Latènezeit. Weitere Fundstücke belegen bis zu 2500 Jahre alten Kult- bzw. Opferplatz.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Eigentlich wollte er im Mai nur seinen Schwimmteich umbauen. Dass er dabei von einer archäologischen Sensation überrascht wird, hätte Peter Granegger „nie im Leben“ geahnt. Als er zwischen ausgegrabenen Steinen eine kleine Figur aufgehoben hatte, dachte der Hausbesitzer in Landeck-Perjen: „Das wird wohl so ein Plastikmännchen sein, wie man sie früher im Spielzeuggeschäft kaufen konnte.“ Nach der ersten Reinigung war für ihn die Überraschung perfekt: „Hoppala, das ist etwas anderes.“ Ein Freund, der Hobby-Archäologe Martin Kaser aus St. Anton, habe bestätigt, die rund zehn Zentimeter große Bronzefigur könnte mindestens 2000 Jahre alt sein. Und: „Da könnten noch andere Sachen im Boden stecken.“ Also habe man sich entschlossen, Johannes Pöll vom Bundesdenkmalamt zu verständigen.

Pöll beauftragte die Innsbrucker Firma Ardis Archäologie mit weiteren Grabungen auf dem Grundstück von Granegger. Und die haben sich für alle Beteiligten gelohnt: Ein gekrümmtes Eisenmesser, Fibeln, Spangen, Nadeln, Schmuck sowie Hunderte Keramikscherben und Knochenstücke von Haustieren kamen aus einer Schicht in 50 bis 60 Zentimetern Tiefe ans Tageslicht. Zudem konnten verkohltes Holz, Ruß, verfärbte Erde und Asche für weitere Untersuchungen geborgen werden.

Für den Experten Pöll liegt die Schlussfolgerung bereits nach den ersten wissenschaftlichen Untersuchungen klar auf der Hand: „Nicht nur das Männchen, auch alle anderen Fundstücke sind ein klarer Beleg für einen Brandopferplatz in der Latènezeit.“ Eine exakte Datierung sei jedoch schwierig. Laut Pöll könne man die Funde zwischen dem 5. und 1. Jh. v. Chr. einordnen, „eher in die frühere als in die spätere Epoche der Latènezeit“. Bei den „Götzendiensten“ sei vieles geopfert worden, auch rituell geschlachtete Tiere wie Rinder, Schafe und Ziegen. Ähnliche Fundorte mit Brandopferplatz gebe es in Pfaffenhofen und am Piller Sattel. Weitere Grabungen im dicht verbauten Siedlungsgebie­t in Landeck-Perjen sind laut Pöll nicht geplant.

Der Götzenacker, auf dem bereits im 19. Jahrhundert gegraben wurde, bzw. der genaue Standort ist in Perjen beinahe in Vergessenheit geraten. Damals wurden u. a. kleine vollplastische Bronzemännchen gefunden, die heute unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „ithyphallische Faustkämpfer“ im Ferdinandeum (Original) und auf Schloss Landeck (Kopien) zu sehen sind. Die Einheimischen sagen schmunzelnd „Zipfelmännchen“ dazu.

Die vorchristlichen Fundstücke sind Beleg für den Opferplatz.
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„Die Funde sind ein klarer Beleg für einen Brandopferplatz in der Latènezeit", sagt Johannes Pöll (Bundesdenkmalamt).
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