Schienen als Stolper-Falle: Immer mehr Radunfälle in Innsbruck

Der Ausbau des Straßenbahn-Schienennetzes in Innsbruck erweist sich als Gefahr für Fahrradfahrer. Die Zahl der Unfälle hat laut Polizei zugenommen.

Ein kleiner Fahrfehler oder Unachtsamkeit reichen für einen Sturz oft schon aus.
© TT-Archiv/Schnabl

Innsbruck – Rechts eine Reihe parkender Autos, links die Schienen der Straßenbahn: Wer auf Innsbrucks Straßen unterwegs ist, muss an manchen Stellen besonders aufpassen. Schnell ist es passiert, dass man mit den Reifen in die Rillenspur der Öffis gerät und dann fast zwangsläufig stürzt. Tatsächlich hat die Zahl dieser Unfälle mit dem Ausbau des Straßenbahn-Netzes in den letzten Jahren stark zugenommen, wie ein Verkehrspolizist aus der täglichen Erfahrung berichtet: „Wir haben manchmal mehrere Unfälle am Tag, und das hat zugenommen, seit der Gleisbau forciert wurde. An machen Stellen laufen so viele Schienen zusammen, dass man als Radfahrer beim kleinsten Fehler keine Chance mehr hat.“

Um die 300 Radunfälle gibt es durchschnittlich pro Jahr in der Landeshauptstadt, erklärt Reinhard Moser vom Stadtpolizeikommando Innsbruck. Aktuelle Statistiken gibt es nicht, aber auch Moser bestätigt, dass das Schienennetz eine Stolperfalle für Radfahrer ist. Noch gefährlicher würde es, wenn die Fahrbahn nass sei, so der Polizist.

Auch landesweit mehr Unfälle

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verletzen sich jedes Jahr auf öffentlichen Verkehrsflächen in Tirol 3000 Radfahrer so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Berücksichtigt man ausschließlich die polizeilich gemeldeten Unfälle sind dies etwa 970 verletzte Personen. Die Zahl der Unfälle ist auch im gesamten Bundesgebiet in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während die Zahl der Radfahrunfälle in Tirol im Jahr 2012 laut Statistik Austria noch bei 688 lag, verunglückten 2016 bereits 967 Radler.

In der Klinik Innsbruck macht vor allem der Trend zu E-Bikes Sorgen, denn immer mehr Menschen treten mit elektrischer Unterstützung in die Pedale und verletzen sich dann bei Stürzen schwer. Vor allem die Unfälle am Berg sind mehr geworden, die Verletzungen durch Fahr- und Bremsfehler schwerer. Zu einer Zunahme an Fahrradunfällen mit Verletzungen in Innsbruck lässt sich laut Klinik-Sprecher Johannes Schwamberger aber nichts sagen, da es keine statistische Erfassung zu Unfallursachen in der Unfallambulanz gebe.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit rät den Radlern in der Stadt jedenfalls achtsam beim Queren und Befahren von Schienenstraßen zu sein und einen Sicherheitsabstand zu Haltestellenkanten des öffentlichen Verkehrs zu halten. Gleiskörper sollten immer in einem möglichst rechten Winkel gequert werden, damit man nicht mit dem Reifen verkantet. (rena)

Immer öfter passiert es, dass Radfahrer mit ihren Reifen in die Spuren der Straßenbahn geraten und dann stürzen.
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