Radweg nach Kitzbühel in der politischen Sackgasse

Seit vielen Jahren gibt es die Forderung nach einem Radweg zwischen Oberndorf und Kitzbühel. Doch eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Kitzbühel steht bereit, in Oberndorf wird noch verhandelt.

© Tropper

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Kondition oder Risiko – diese Frage stellt sich jedem Radfahrer, der von Oberndorf nach Kitzbühel fahren will oder umgekehrt. Denn zur Auswahl stehen der Römerweg, der teilweise recht steil ist, oder die viel befahrene Pass-Thurn-Bundesstraße. Ein talnaher Radweg fehlt zwischen den Gemeinden und wird schon seit vielen Jahren gefordert.

„Es ist für mich absolut unverständlich, dass es hier noch immer keine Lösung gibt“, sagt Helmut Deutinger, Bezirkssprecher der Grünen. Seit über 15 Jahren gebe es Projekte, aber noch nie wurde eines umgesetzt. „Oberndorf und Kitzbühel spielen sich seither den Ball zu“, weiß Deutinger.

In Kitzbühel habe man die Hausaufgaben gemacht, betont der Kitzbüheler Straßenbaureferent GR Hermann Hube­r (ÖVP). „Wir sind uns mit allen Grundstückseigentümern einig, ich habe von allen die Zusage per Handschlag. Wir wollten schon heuer mit einem Teil beginnen, aber ohne das Okay aus Oberndorf macht das keinen Sinn“, sagt Huber.

Auf Oberndorfer Seite gibt man sich zu dem Thema sehr zugeknöpft. „Wir arbeiten intensiv an einer Lösung“, ist Bürgermeister Hans Schweigkofler (SPÖ) wenig gesprächig. Noch im Vorjahr hatte er bei einer Gemeinderatssitzung allerdings erklärt, dass ein asphaltierter Römerweg ausreichen würde. Der Talradweg sei aber weiterhin Thema, wie Schweigkofler gegenüber der Tiroler Tageszeitung sagt. Konkretes will er aber nicht preisgeben, man sei derzeit in der Planung.

„Es gibt keine Planungsfrage mehr. Die Trasse ist mit dem Baubezirksamt bereits festgelegt“, kontert Huber aus Kitzbühel und weiter: „In Oberndorf muss nur noch der Grundtausch geregelt werden.“ Sobald das Okay aus Oberndorf komme, werde in Kitzbühel mit dem Radweg begonnen.

Für Deutinger sind die Verzögerunge­n absolut unverständlic­h. „Sonst geht immer alles, erst vor Kurzem hat die Gemeinde Oberndorf eine Straße mitten durch ein Feld gezogen, aber hier geht seit so langer Zeit nichts“, ärger­t sich der grüne Bezirkssprecher. Noch dazu sei das Projek­t sehr kurz und würde vom Land geförder­t. Deutinge­r würde sich auch mehr Druck von den Tourismusverbänden wünschen, denn schließlich werbe die Region auch mit Fahrradtourismus.

Die Notwendigkeit des Radwegs betont allerdings auch Kitzbühels Straßenreferent Huber. „Ich bin Bauernvertreter und habe hier sicher viel Verständnis, aber der Radweg gehört einfach gebaut“, sagt Huber in Richtung der Grundbesitzer in Oberndorf.


Kommentieren


Schlagworte