Das erste Gemeindebuch ohne Ablaufdatum in Haiming

Die Gemeinde Haiming wird ein Basisbuch mit digitalen Erweiterungen auf den Markt bringen. Erscheinen soll das Werk 2019 zur 750-Jahr-Feier.

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Von Agnes Dorn

Haiming –„Nicht klassisch wie ein Buch, so trocken, sondern luftig, leicht“ wollte man das neue Werk gestalten. So lauteten die Überlegungen der Steuerungsgruppe, die sich mit der Idee eines neuen Haiminger Gemeindebuchs auseinandergesetzt hat. Das alte ist nämlich schon rund 25 Jahre alt und dementsprechend nicht mehr aktuell. Diese Überalterung sollte mit dem neuen nicht mehr passieren. Denn man wollte in zehn bis 15 Jahren nicht wieder vor der Tatsache stehen, dass vieles schon lange nicht mehr existiert oder sich längst stark gewandelt hat.

Hinter der Idee eines neuen Gemeindebuchs für Haiming steht der vor zwei Jahren gegründete Kulturverein „Kulturraum Haiming-Ötztal“ unter der Obmannschaft von Toni Raffl. Die Idee zu einer digitalen Version anstelle eines großen und schweren Schmökers hatte Marcel Ofner, seines Zeichens Beirat des Kulturvereines und Inhaber einer Kommunikationsagentur. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung trug er sein Konzept vor, das in der Folge mit nur einer Gegenstimme zur Ausführung freigegeben wurde. „Ich möchte die Vorteile beider Welten vereinen. Sowohl das gedruckte Buch als auch die digitalen Inhalte können jeder für sich alleine stehen“, umschreibt er die Ideen eines zeitlosen, gedruckten Basisbuches, dessen multimediale Inhalte per Smartphone abrufbar sein werden. Rund 180 gedruckte Seiten in einem handlichen Panoramaformat sollen grundsätzliche Informationen über die Gemeinde beinhalten, die mittels QC-Codes mit digitalen Inhalten verknüpft sind.

Die Möglichkeiten, die sich durch diese Vernetzung ergeben, sind vielfältig, wie Ofner versichert: „Zum Beispiel bei einer Seite über den Haiminger Dialekt kann man einfach mit dem Smartphone zum QC-Code hinfahren und sich den Dialekt anhören.“ Oder im Wirtschaftsteil soll dieser nur imagemäßig angerissen werden, die einzelnen Firmen können dann aktuell im Internet abgerufen werden.

Und das System ist durchaus ausbaufähig, wie auch GR Andreas Saurwein mit weiteren Ideen neugierig macht: QR-Codes könnten zum Beispiel auch an der Haiminger Dorfkirche angebracht werden, die ebenfalls auf die digitale Seite verlinken. Ein „Buch ohne Ablaufdatum“ soll es werden, dessen Folgekosten mit rund 200 Euro pro Jahr zwar nicht abgedeckt sein werden, wie Bürgermeister Josef Leitner relativiert, aber durch die Weiterbetreuung des digitalen Inhalts durch den Kulturverein nicht exorbitant ansteigen sollten.

Über die Inhalte wird die Steuerungsgruppe entscheiden, zu der die beiden Gemeinderäte Gabriel Leitner und Andreas Saurwein sowie Kulturverein-Obmannstellvertreter Bernd Stigger und eben Marcel Ofner gehören. Am Inhalt mitarbeiten werden die unterschiedlichsten Personen, wie Ortschronist Manfred Wegleiter und Toni Raffl oder unter Umständen auch Vereine und Schulen. Pünktlich zur 750-Jahr-Feier der Gemeinde soll das erste digitale Gemeindebuch Österreichs im September 2019 fertig sein und präsentiert werden.


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