Flüchtlinge: Mindestens vier Tote bei Rettung von 450 Migranten

Rom (APA) - Vor der Rettung von rund 450 Migranten im Mittelmeer haben sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM...

Rom (APA) - Vor der Rettung von rund 450 Migranten im Mittelmeer haben sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) dramatische Szenen an Bord abgespielt. Mindestens vier Migranten seien am Freitag im Mittelmeer bei einem Einsatz ertrunken, hieß es. Alle Todesopfer, darunter ein 17-Jähriger, seien somalischer Herkunft. Die Flüchtlinge trafen am Montag im sizilianischen Pozzallo ein.

Die Flüchtlinge, die an Bord eines Fischkutters waren, seien bei dem Versuch ertrunken, ein Schiff in der Ferne zu erreichen. Bei den Toten handle es sich um drei Männer und einen Minderjährigen, sagte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo. Der Großteil der etwa 30 Migranten habe es zurück an Bord geschafft. Auf dem Holzboot hätten die Migranten zu diesem Zeitpunkt weder Essen noch Trinken gehabt. Mehrere von der langen Reise schwer mitgenommene Personen berichteten, in Libyen gefoltert worden zu sein.

Die letzten der 450 Flüchtlinge, die sich an Bord von zwei Schiffen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex im Mittelmeer befanden, sind in der Nacht zum Montag in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo an Land gegangen. Die italienische Regierung hatte die Genehmigung zur Landung erteilt, nachdem andere EU-Staaten ihre Bereitschaft erklärt hatten, die Migranten aufzunehmen.

Deutschland, Frankreich, Malta, Portugal und Spanien hatten nach langen Verhandlungen zugesagt, je 50 der insgesamt 450 Flüchtlinge zu übernehmen, die am Samstag vor der italienischen Küste aus einem Holzboot aufgenommen worden waren. Irland will weitere 20 Migranten aufnehmen. „Erstmals können wir heute sagen, dass die Migranten in Europa gelandet sind“, hieß es in einer Erklärung des italienischen Regierungschefs Giuseppe Conte.

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