Suizid in Afghanistan: Aus Deutschland Abgeschobener beerdigt

Kabul (APA/dpa) - Rund zehn Tage nach dem Selbstmord des aus Deutschland abgeschobenen Afghanen Dschamal M. in Kabul hat die Familie den jun...

Kabul (APA/dpa) - Rund zehn Tage nach dem Selbstmord des aus Deutschland abgeschobenen Afghanen Dschamal M. in Kabul hat die Familie den jungen Mann in Nordafghanistan beerdigt. Am Sonntag sei die Trauerfeier gewesen, sagte sein Bruder, der nicht mit Namen genannt werden wollte, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Sein Vater habe vom Tod seines Sohnes in den Fernsehnachrichten erfahren, sagte der 28-Jährige.

Nach rund acht Jahren in Deutschland war Dschamal M. vor knapp zwei Wochen aus Hamburg abgeschoben worden. Nach Erkenntnissen der dpa hatte er sich in der Übergangsunterkunft in Kabul kurz nach der Ankunft erhängt. Der dramatische Fall war in Deutschland mitten in eine erhitzte Debatte über die Asylpolitik gefallen und sorgte auch deswegen für großes Aufsehen, weil der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) zuvor darüber gewitzelt hatte, dass mit dem Abschiebeflug an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen nach Afghanistan zurückgebracht worden seien. Dschamal M. war eine der 69 Personen.

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