„Walking on Sunshine“ zeigt die Hochs- und Tiefs der Wetterredaktion

Wien (APA) - Übers Wetter kann jeder reden. Es bringt die Menschen zusammen, findet Mischa Zickler, Autor der neuen ORF-Serie „Walking on Su...

Wien (APA) - Übers Wetter kann jeder reden. Es bringt die Menschen zusammen, findet Mischa Zickler, Autor der neuen ORF-Serie „Walking on Sunshine“. Die Dramedy spielt daher in einer fiktiven Wetterredaktion des ORF und zeigt menschliche sowie meteorologische Hochs und Tiefs. Für zehn 45-minütige Folgen stehen derzeit Robert Palfrader, Proschat Madani, Miriam Fussenegger und Aaron Karl vor der Kamera.

Eine Dramedy ist eine Mischung aus Comedy und dramatischen Elementen. Die Figuren sollen Entwicklungen durchmachen - so haben auch die Charaktere in „Walking on Sunshine“ zahlreiche Geheimnisse, spinnen Intrigen und lügen, erzählt Regisseur Andreas Kopriva (bekannt durch „Schnell ermittelt“ und „Vier Frauen und ein Todesfall“) bei einem Setbesuch im „Ö3“-Studio in Wien. Und auch wenn wenige Zuschauer je in einem Wetterstudio gewesen sind, zweifelt Kopriva nicht daran, dass das Publikum sich mit den Charakteren identifizieren kann. „Es geht dann doch immer um die Menschen die miteinander im Büro arbeiten und Wünsche und Sehnsüchte haben und damit und miteinander umgehen müssen“, sagte Kopriva.

Viel ist noch nicht über den Inhalt bekannt. Palfrader spielt Otto Cerny-Hohenburg, einen ehemaligen „Zeit im Bild“-Moderator, der durch Alkoholprobleme längere Zeit im Krankenstand war. Als er zurückkommt, ist in der Redaktion nur mehr ein Platz beim Wetter frei. Dafür müsse man eh nicht viel können, meint der erfahrene Moderator selbstherrlich und stellt die Redaktion anschließend auf den Kopf. Madani verkörpert die machtbesessene Abteilungsleiterin Tilia Konstantin, die sich gar nicht über Otto freut, nimmt er doch dem vielversprechenden Nachwuchs den Platz weg. So beispielsweise Lukas Jaric (Aaron Karl), einem aufstrebender Moderator, der auf einmal viel Geld erbt. Oder Sophie Mitterndorfer (die einstige Salzburger Buhlschaft Miriam Fussenegger), die sich durch sein plötzliches Vermögen für ihn interessiert und Conny (Selina Graf), bei der gerade einiges schiefläuft.

„Eine Rose wird erst durch ihre Dornen schön“, philosophiert Otto Cerny-Hohenburg in der achten Folge. Auf seinem Tisch hat er ein gerahmtes Selbstporträt. Gewitzt, aber doch hintergründig intelligent findet er sich selbst - die kurze Szene gibt einen Einblick, in Palfraders Rolle. „Er ist ein Egomane bis zum geht nicht mehr, ein rücksichtsloser, unemphatischer teilweise sexistischer Arsch“, ergänzt der Schauspieler und Kabarettist über Otto. Und Palfrader fügt hinzu, „also sehr viel von dem, was ich versuche, nicht zu sein.“

Für die Darstellung des täglichen Geschäft in einer Wetterredaktion haben die Schauspieler beim ORF in die Redaktion geschnuppert. „Ich wollte lustige Moderationsticks entwickeln“, lacht Fussenegger über ihre Vorbereitungen, „und habe mir Videos auf YouTube angeschaut“. Welchen Tick sie sich angeeignet hat, will die 28-Jährige indes nicht verraten.

Anspruch der Serie war zu unterhalten. „Wir bringen trockenen österreichischen Humor“, sagte der Regisseur. „Walking on Sunshine“ solle kein Klamauk sein, sondern die Komik ernst nehmen. Weiters mache man etwas, wofür es keine Vorbilder gebe, an denen man sich orientieren konnte. „Bei einer Krimiserie muss man viel präziser schauen, ob gewisse Fakten hundertprozentig stimmen , was bei der Serie jetzt nicht unbedingt so der Fall ist.“ Und Kopriva fügt hinzu: „Das Um und Auf ist, dass die Menschen in den Funktionen funktionieren.“

Der junge Schauspieler Aaron Karl scheint seine Rolle gefunden zu haben. Er erkennt viele Parallelen zwischen ihm und der Serienfigur Lukas Jaric. Lukas sei „jung, dynamisch, ambitioniert, voller Lebensfreude, also genauso wie ich“, erzählt Karl in einer Drehpause. Und auch wenn es nicht die tiefenpsychologische Rolle ist, die Karl sich wünscht, „gibt es immer mal Momente, wo man an einer Intensität arbeiten kann“, meint der 28-Jährige. „Es ist nicht die schwere psychologische Kost, aber man kann nicht immer nur harte Sachen spielen.“

Für die Serie setzte der ORF auf einem Mix aus jungen Schauspielern und bewährten Gesichtern. Die weniger erfahrenen Kollegen könnten sich von Palfrader aber nicht viel abschauen, findet er selbst. „Die sind wirklich großartig.“ Da könne eher Palfrader von ihnen lernen, meint er, „nur ich bin zu alt, zu hässlich und zu stur.“ Auf die Frage, wieso Zuschauer einschalten sollten, antwortet er: „Weil‘s österreichisches Programm ist, weil‘s lustig ist und weil‘s nicht so eine bekannte Erzählform ist.“ Und, „Wegen mir brauchen Sie nicht einschalten“, meint Palfrader. „Schalten Sie trotz mir ein, bitte.“

„Walking on Sunshine“ wird noch bis Anfang August gedreht, genaue Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest. Kopriva könnte sich vorstellen, dass die ersten Folgen Anfang 2019 zu sehen sein. Ob es eine zweite Staffel geben wird, darüber wird noch nicht öffentlich gesprochen. Auch wenn Karl in einem Interview, angesprochen auf die Unterschiede zwischen ihm und seiner Figur, meinte, es gäbe nicht viele aber „vielleicht werden sie ja in der zweiten Staffel mehr.“

(S E R V I C E - http://der.orf.at/unternehmen/aktuell/walking_on_sunshine100.html )

~ WEB http://orf.at ~ APA396 2018-07-16/17:25


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