Menschenrechtler: Guterres muss sich klarer zu Nicaragua äußern

San Jose (APA/dpa) - Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) wirft UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor, sich nicht deutlich ge...

San Jose (APA/dpa) - Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) wirft UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor, sich nicht deutlich genug für ein Ende der Gewalt in Nicaragua einzusetzen. Guterres handle „feige und kraftlos“, sagte der Leiter vom HRW in Amerika, Jose Miguel Vivanco, der Zeitung „La Nacion“. Dass er sich bisher nicht stark genug positioniert habe, sei bedauernswert.

Guterres war am Montag zu Besuch im benachbarten Costa Rica, äußerte sich allerdings zunächst nicht zur Lage in Nicaragua. Und das, obwohl er nur wenige Kilometer vom Konfliktort entfernt gewesen sei, bemängelte Vivanco.

Costa Rica habe bereits mehr als 10.000 Gesuche für Schutz von nicaraguanischen Staatsbürgern erhalten, schrieben der costa-ricanische Friedensnobelpreisträger Oscar Arias und weitere Ex-Präsidenten des Landes in einem Brief an Guterres.

Der nun fast drei Monate andauernde Konflikt in dem mittelamerikanischen Land hatte sich an einer geplanten Sozialreform entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt des autoritären Präsidenten Daniel Ortega, ein Ende der Gewalt und eine freie Presse. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, regierungsnahen Paramilitärs und Regierungsgegnern kamen nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als 300 Menschen ums Leben. Die Regierung spricht von rund 50 Toten.

~ WEB http://www.hrw.org/ ~ APA468 2018-07-16/20:51


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