Nächtlicher Kranaufbau als Aufreger in Kranebitten

In Kranebitten dürfen Baukräne wegen der Sicherheitszone um den Flughafen nur nachts aufgestellt werden – sehr zum Missfallen lärmgeplagter Anrainer.

Symbolbild.
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Innsbruck –Der Name „Kranebitten“ leitet sich von einem alten Ausdruck für Wacholder ab – und natürlich nicht vom (Bau-)Kran. Dennoch sind Kräne derzeit ein heißes Thema im Innsbrucker Stadtteil. „Vergangene Woche wurde ein Kran an der Ecke Kranebitterbodenweg/Klammstraße abgebaut, in den kommenden Tagen soll einer für ein weiteres Wohnbauprojekt in der Klammstraße aufgestellt werden“, erklärt Hildegard Auer, Sprecherin der „Initiative Lebensraum Kranebitten“.

Mit den Kränen selbst haben die Anrainer kein Problem, sehr wohl aber mit deren Auf- und Abbau. Dafür bedarf es nämlich einer Genehmigung durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) – weil die betreffenden Bereiche innerhalb der Sicherheitszone des Innsbrucker Flughafens liegen und das Gerät zum Aufbau der Kräne ja noch etwas höher ist als diese selbst.

Laut Bescheid des Ministeriums dürfen die Kräne daher ausschließlich in der Nacht auf- und abgebaut werden, außerhalb der Kernbetriebszeit des Innsbrucker Flughafens, also nur zwischen 20 und 6 Uhr, wie Auer erklärt. Sehr zum Missfallen der Anrainer: Das Hinein- und Herausschlagen der Bolzen („Metall auf Metall“) sei mit starker Lärmbelastung verbunden, zudem müsse die Baustelle „taghell“ ausgeleuchtet werden. Mehrere Anrainer hätten sich an sie gewandt, berichtet Auer.

Die Forderung der Initiative ist klar: Der Auf- und Abbau solle per Bescheid am Tag genehmigt werden. Schließlich stehe der Kran dann ja ohnehin wochen- oder monatelang tagsüber auf der Baustelle und schwenke seinen Ausleger jederzeit aus. Und: Vor Jahren sei eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für einen Abbau bereits erteilt worden.

Darauf weist auch Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) hin, die erklärt, dass man der Sache nachgehe und Kontakt mit der – dem BMVI­T unterstellten, für Flugsicherheit zuständigen – Austr­o Control aufnehmen werde. „Ich finde, dass es untertags möglich sein müsste, natürlich abhängig vom Flugplan“, so Schwarzl. Grundsätzlich gelte aber: „Das Luftfahrtgesetz ist ein sehr starkes Gesetz.“

Beim BMVIT begründet man den Inhalt des Bescheids mit der Höhe des mobilen Aufbaukrans. Dieser sei noch höher als jener Kran, der stehen bleibt, überschreite somit „jede Form der Toleranz, die man noch gewährleisten kann“, und gefährde die Flugsicherheit, heißt es im Ministerium. Der mobile Kran lasse sich nicht so markieren, dass er für Piloten sichtbar wär­e. Daher sei der Aufbau nur nachts möglich, wo kein Flugverkehr herrsche. (md)


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