Niederösterreicher investiert Millionen in Kitzbühel

Der Immobilien-Investor Othmar Seidl ist der neue Eigentümer des Luxushotels Grand Tirolia und er hat große Pläne mit dem Haus.

Das Grand Tirolia wechselte den Besitzer und soll im November dieses Jahres wieder öffnen.
© Nawrata

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Die Geschichte des Grand Tirolia in Kitzbühel reicht zwar noch nicht so weit zurück, ist aber ziemlich bewegt. Gebaut wurde es ursprünglich vor elf Jahren von einem Kitzbüheler, doch noch vor seiner Fertigstellung hat es die russische Milliardärin Elena Baturina gekauft. Im April wechselte das Fünf-Sterne-Luxushotel mitsamt Golfplatz erneut den Besitzer, die TT berichtete.

Neuer Eigentümer ist der Immobilien-Investor Othmar Seidl aus Niederösterreich. Er wird das Haus aber nicht selbst führen. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit namhaften Betreibern“, sagt Seidl im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Das Interesse, das Grand Tirolia zu führen, sei groß, er ist aber an einer deutsch-österreichischen Lösung interessiert. Die Gespräche sind laut Seidl schon weit fortgeschritten, er hofft, in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung treffen zu können.

Kolportiert wurden 45 Millionen Euro als Kaufsumme für das Luxushotel, diese Summe will Seidl nicht kommentieren. „Die lassen wir mal so im Raum stehen“, sagt der Investor. Er bezeichnet den Kauf als Glücksfall. „Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn das Hotel stand schon fast jährlich zum Kauf, wurde dann aber doch nicht veräußert“, schildert Seidl. Heuer war das anders und so wurde der Kauf in lediglich zwölf Wochen abgewickelt.

GC-Eichenheim-Präsident Robert Schalko (l.) und der neue Hotelbesitzer Othmar Seidl hissten vor dem Grand Tirolia die Tiroler Fahne.
© Grand Tirolia

Aus wirtschaftlicher Sicht war Baturina mit dem Hotel nicht erfolgreich. Warum er das Haus dennoch gekauft hat? „Wenn man das Hotel nicht aus wirtschaftlicher Betreibersicht sieht, sondern als Immobilie, dann erkennt man, dass das Haus über eine großartige Lage verfügt und hochinteressant ist“, erklärt Seidl. Er wolle nicht damit spekulieren. „Ich bin kein russischer Investor, ich will, dass das Grand Tirolia wieder den Glanz bekommt, den es verdient“, führt Seidl aus.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Aus diesem Grund hat er auch ehrgeizige Investitionspläne für das Luxushotel. In der ersten Etappe sollen heuer noch drei bis acht Millionen Euro in das Haus fließen. „Das ist aber vom zukünftigen Betreiber abhängig, ob die Änderungen rein kosmetisch sein sollen oder doch tiefer gehen“, erklärt der Hotelbesitzer. Diese Umbauarbeiten sollen noch im Sommer und Herbst stattfinden, als Termin für die Wiedereröffnung peilt Seidl den November dieses Jahres an.

Mittelfristig soll noch eine zweite Etappe folgen, in der dann auch wirklich tiefergreifende Umbauten erfolgen sollen. So verfüge das Haus derzeit über 81 Zimmer mit einer Durchschnittsgröße von über 60 m2. Auch der Wellness-Bereich und der Speise-Bereich seien riesig. „Wir haben hier zu große Flächen für zu wenig Zimmer. Wir werden über kurz oder lang auf jeden Fall noch 40 bis 50 Zimmer brauchen. Das ist aber noch Zukunftsmusik“, sagt Seidl.

Ein erstes Zeichen nach außen, dass das Hotel nun wieder in österreichischer Hand ist, hat Seidl vergangene Woche gesetzt, als vor dem Hotel die Tiroler und die niederösterreichische Fahne gehisst wurden. Es sei ihm wichtig, dass die Menschen, die vorbeifahren, die Veränderung sehen.


Kommentieren


Schlagworte