Turbulente Wochen für steirischen SPÖ-Chef Schickhofer

Graz (APA) - Der steirische SPÖ-Chef Michael Schickhofer hat zwei turbulente Wochen hinter sich: Bei der letzten Landtagssitzung vor der Som...

Graz (APA) - Der steirische SPÖ-Chef Michael Schickhofer hat zwei turbulente Wochen hinter sich: Bei der letzten Landtagssitzung vor der Sommerpause hatte er bei einem KPÖ-Antrag nicht gegen den 12-Stunden-Tag gestimmt, was nicht allen Genossen schmeckte. Mit ihnen hat der Landeshauptmannstellvertreter seither eifrig Gespräche geführt und die Wogen zu glätten versucht.

Am lautesten hatte der Leobener Josef „Sepp“ Gritz, Betriebsratsvorsitzender der voestalpine Stahl Donawitz, aufgeschrien: Schickhofer sei „angezählt“, wurde er in Medien zitiert. Der steirische Arbeiterkammer-Präsident Josef Pesserl dagegen gab sich verschlossen: Das Abstimmungsverhalten von Schickhofer „verstehe ich nicht“, er wolle die Sache nun aber auch nicht weiter kommentieren. Wenn es noch etwas zu besprechen gibt, dann habe das die SPÖ intern zu klären.

SPÖ-Sozialsprecher und Baugewerkschafter Josef Muchitsch kritisierte im APA-Gespräch, „dass es keinen Kontakt vorab gab“. Man hätte die Genossen vor der Abstimmung informieren sollen, wie Schickhofer handeln wird. Zweifel am steirischen SPÖ-Chef ließ Muchitsch dennoch nicht zu: „Er ist unser gewählter Vorsitzender und ich stehe hinter ihm. Wer ein Problem mit ihm hat, soll ihn selbst anrufen“, richtete er den verstimmten Genossen aus.

Muchitsch merkte außerdem an: „Landesgesetze werden in Graz gemacht, die Bundesgesetze lasst uns bitte in Wien machen. Der Landtag ist nicht zuständig für das Gesetz zum 12-Stunden-Tag.“ Ob es den Gewerkschafter ehre, dass er in Medien neben dem steirischen ÖGB-Chef Horst Schachner und dem Trofaiacher Bürgermeister Mario Abl als Schickhofers Ablöse-Kandidat genannt wird, beantwortete er ausweichend: „Das steht nicht zur Diskussion. Ich bin in Wien voll eingedeckt.“

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Schickhofer selbst versuchte in den vergangenen Tagen einen Strich unter der Diskussion zu ziehen. Er habe mit Betriebsräten nach der Abstimmung gesprochen und erklärt, dass er einst bei den Koalitionsverhandlungen LH Hermann Schützenhöfer per Handschlag zugesichert hatte, die Steirer-ÖVP bei Bundesthemen nicht zu überstimmen. „Die Angelegenheit ist vorerst erledigt“, hieß es am Dienstag aus seinem Büro. Dass die Schüsse von Gritz kamen, schien im Umfeld der Roten niemanden zu wundern. Er sei schon vor Jahren aus der SPÖ in Leoben ausgeschlossen worden, da er auch am Stuhl des jetzigen Bürgermeisters Kurt Wallner gesägt habe: „Gritz ist schon 2015 fremdgegangen“, so Schickhofer. Er sei als Quertreiber bekannt.

Der LHStv. versicherte, dass er 2020 bei der Landtagswahl antreten will. Seine Einstellung zum 12-Stunden-Tag sei nach wie vor klar dagegen. Das Abstimmungsverhalten bei der Landtagssitzung begründete er damit, dass er die „Gesamtinteressen des Landes im Blick“ gehabt habe.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA097 2018-07-17/10:19


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