Maßnahmen gegen Lärm verschärft

Die Polizei hat die Motorradrouten heuer besonders im Auge. Bis jetzt hagelte es im Bezirk 365 Anzeigen wegen zu schnellen Fahrens. Beim Land wird ein flächendeckendes Modell zur Schallimmission erarbeitet.

Immer mehr Biker auf immer lauteren Maschinen fahren an schönen Tagen durchs Außerfern.
© PantherMedia/Schumann

Von Simone Tschol

Außerfern, Innsbruck –Sommerzeit ist Reisezeit. Und während die Zweiradfreaks bis spät in den Herbst den Schräglagen auf den kurvigen Passstraßen durch das Außerfern frönen, leiden die Anrainer unter der damit einhergehenden, hohen Lärmbelastung.

Schritt für Schritt versuchen Bürgerinitiativen und Behörden seit Jahren, das Problem zu lösen. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellen sollte. „Lärm wird von jedem Menschen anders wahrgenommen. Es war daher wichtig, die Lärmproblematik im Bezirk Reutte auf wissenschaftlich fundierter Basis anzugehen und damit die persönlichen Wahrnehmungen zu objektivieren“, meint LHStv. Ingrid Felipe. Die Interessen der betroffenen Bürger wurden dabei von den Obmännern der Planungsverbände Tannheimer- und Lechtal, dem Gräner Bürgermeister Martin Schädle und seinem Elmer Amtskollegen Heiner Ginther vertreten und artikuliert. „Dies waren wichtige Grundlagen, um dieses sensible Vorhaben zu starten“, erläutert Felipe.

Mehrere verkehrsbeschränkende Maßnahmen in Form von Tempolimits wurden zwischen 2014 und 2017 bereits verordnet. Felipe: „Diese haben auch Wirkung gezeigt, mussten aber aufgrund des Mehrverkehrs erweitert und teilweise auch verschärft werden. Auf den belasteten Routen haben wir daher weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen veranlasst und Überholverbote verordnet.“

Zusätzlich zu den verkehrsplanerischen Maßnahmen entwickelte das Bezirkspolizeikommando Reutte in Abstimmung mit der Landesverkehrsabteilung ein spezielles Überwachungskonzept. Die Intensivierung der Kontrollen trägt Früchte, wie die aktuellen Zwischenbilanz der Polizei zeigt. Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz: „Die überwiegenden Übertretungen betreffen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Bei den bisherigen Schwerpunktkontrollen wurden 365 Anzeigen gegen Motorradlenker der BH weitergeleitet. 236 Strafen wurden durch die Beamten vor Ort eingehoben. Zudem gab es 52 Anzeigen und zwölf Organmandate wegen Kurvenschneidens.“ Bei 108 Messungen mit dem Lärmmessgerät habe es nur zwei Beanstandungen gegeben.

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In der Abteilung Emissionen, Sicherheitstechnik und Anlagen (ESA) des Landes wird derzeit auch an einem flächendeckenden Lärmmodell für die Motorradrouten gearbeitet, wie Bereichsleiter Christoph Lechner erklärt: „Wir führten Messungen an zehn bemannten Punkten entlang der Motorradstrecken durch. So wird ein flächenhaftes Modell über die Schallimmission erstellt.“ Dieses soll laut Felipe Basis für weitere Schritte sein: „Die Immissionssituationen werden mit den Zähldaten der Verkehrsplanung in Verbindung gesetzt, um so für die jeweiligen Zeiträume repräsentative Belastungssituationen abbilden zu können. Das Modell liefert zudem den Vorteil, dass die Wirksamkeit von Maßnahmen dargestellt werden kann.“

Am 16. November findet im Landhaus eine Enquete zum Thema „Lärmbelastung, Lärmbelästigung und Lärmschutz mit besonderem Augenmerk auf die Belastung durch Motorradverkehr“ statt. Dabei sollen Experten und Betroffene über Probleme diskutieren und Lösungsmöglichkeiten vorgestellt werden.


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