Kletter-Ass Pilz: “Wusste nicht, was da passiert war“

Wie Jessica Pilz auf ihren ersten Weltcuptriumph reagierte? Erst einmal verschnupft – und Kamillentee trinkend. Heute geht’s schon wieder nach Briançon.

Jessica Pilz kletterte in Chamonix am Fuße des Mont Blanc zu ihrem ersten Weltcupsieg.
© KVÖ/Heiko Wilhelm

Von Max Ischia

Innsbruck — Sie kam, klettert­e und siegte. Zumindest beinahe. Als Jessica Pilz 2015 die erste komplette Weltcupsaison bestritt, stand die damals 18-Jährige mit einer Ausnahme bei jedem Vorstieg-Weltcupbewerb auf dem Podest. Ein neuer Kletter-Stern war aufgegangen. Einzig mit dem ganz großen Erfolg wollte es noch nicht klappen. Doch dieser schien nur von kurzer Dauer zu sein.

Kletter-Ass Jessica Pilz.
© KVÖ/Heiko Wilhelm

Doch ein in der Saisonvorbereitung gerissenes Innenband im Knie 2016 und ein gebrochenes Sprunggelenk 2017 bremsten die Niederösterreicherin in ihrem Streben nach dem Höchsten. Und als sie vor zwei Wochen beim Weltcupauftakt in Villars (SUI) wieder hauchdünn am so herbeigesehnten Premierenerfolg vorbeigegriffen hatte und zum insgesamt sechsten Mal Zweite geworden war, „habe ich mir schon gedacht, ob sich da irgendetwas gegen mich verschworen hat". Hatte es nicht, wie sich eine Woche später in Chamonix (FRA) zeigen sollte. Just dort, wo sie 2015 EM-Dritte geworden war, klappte es am Samstagabend mit dem überfälligen Weltcupsieg. „Ich wusste nicht, was da passiert war", kann Pilz auch Tage danach die erlebten Emotionen nur schwer in Worte packen. „Ich war einfach superhappy", sagt sie, und sie sagt es im leicht nasalen Tonfall. „Ich hab' mir schon vor zehn Tagen einen Schnupfen eingefangen. Aber so richtig ausgebrochen ist er erst nach Chamonix."

Also hielt sie sich die vergangenen Tage klettertechnisch zurück, trank fleißig Kamillentee und steigt nach einer morgendlichen Trainingseinheit heute Mittag in den Team-Bus, schließlich steht am Freitag und Samstag in Briançon die dritte Weltcupstation an. Dass Pilz gemeinsam mit der Slowenin Janja Garnbret die Weltcupwertung anführt, sieht sie ausschließlich positiv. „Größerer Druck? Nein, ich kann eh immer nur mein Bestes geben. Und nachdem das mit dem ersten Sieg erledigt ist, fühle ich mich total befreit."

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