Laut Aktivisten mindestens zwei Tote bei Gewalt in Nicaragua

In der Oppositionshochburg Masaya kam es erneut zu Kämpfen. Aktivisten zufolge sind mindestens zwei Menschen am Dienstag getötet worden.

Ein regierungstreuer Kämpfer mit einem Pflasterstein im Stadtteil Monimbo in Masaya.
© Reuters/Rivas

Masaya – Bei einem Angriff regierungstreuer Kämpfer auf die Oppositionshochburg Masaya in Nicaragua sind Aktivisten zufolge am Dienstag mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei den Toten handle es sich um „eine erwachsene Frau und einen Polizeibeamten“, sagte die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Cenidh, Vilma Nunez, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Staatsmedien bestätigten den getöteten Polizisten, machten darüber hinaus aber keine Angaben. Die regierungstreuen Kämpfer hatten zuvor einen neuen Angriff auf die Oppositionshochburg Masaya gestartet und dabei den Stadtteil Monimbo angegriffen. Polizisten und vermummte Paramilitärs mit Sturmgewehren riegelten alle Straßen zu dem Stadtteil ab, von dort war Gewehrfeuer zu hören. Auf Videos in sozialen Netzwerken im Internet waren Rebellen in Monimbo zu sehen, einige waren mit selbstgebauten Mörsergranaten bewaffnet.

Mehr als tausend bewaffnete Männer rückten auf Masaya vor

Eine Gruppe von Journalisten, die versuchte, nach Monimbo zu gelangen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, wurde von regierungstreuen Kämpfern beschossen. Nach Angaben von Bewohnern rückten am Dienstag mehr als tausend Männer mit Schnellfeuerwaffen in das 100.000 Einwohner zählende Masaya vor.

Masaya liegt rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Managua gilt als Hochburg der regierungskritischen Proteste. Die Unruhen in dem mittelamerikanischen Land hatten Mitte April begonnen, als Sicherheitskräfte Demonstrationen gegen später zurückgenommene Rentenkürzungen gewaltsam niederschlugen. Seither weiteten sich die Proteste auf das ganze Land aus. Sie richten sich inzwischen gegen den autoritären Regierungsstil von Staatschef Daniel Ortega und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Mehr als 280 Menschen wurden bereits getötet. (APA/AFP)

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