Ermittlung gegen Oppositionschef in Türkei wegen Beleidigung Erdogans

Istanbul (APA/dpa) - Wegen der Verbreitung einer kritischen Karikatur wird dem türkischen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu Beleidigung v...

Istanbul (APA/dpa) - Wegen der Verbreitung einer kritischen Karikatur wird dem türkischen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen. Außerdem muss er in einem anderen Fall eine Entschädigung von umgerechnet rund 64.000 Euro an Erdogan und dessen Familie zahlen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete.

Bereits vergangene Woche war Kilicdaroglu zu einer Entschädigungszahlung verurteilt worden, unter anderem, weil er Erdogan als „Diktator“ bezeichnet und ihm und seiner Familie vorgeworfen hatte, Geld auf Offshore-Konten geparkt zu haben.

Der Vorwurf der Beleidigung Erdogans bezieht sich auf eine Twitter-Nachricht Kilicdaroglus vom Vortag. Er hatte eine Karikatur verbreitet, wegen der vergangene Woche vier Studenten verhaftet wurden. Die Zeichnung stellt Erdogan unter anderem als Elefant, Affe, Giraffe, Kamel und Kuh dar, darunter steht: „Tayyip-Welt“.

Die vier Studenten hatten die Karikatur als Plakat auf ihrer Abschlussfeier an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara gezeigt. Vergangene Woche wurden die Studenten wegen Beleidigung Erdogans verhaftet.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Die Karikatur erschien im Jahr 2005 als Titelseite der inzwischen eingestellten Satire-Zeitschrift „Penguen“. Damals war Erdogan Ministerpräsident. Nach Angaben des Senders CNN Türk wurden die Zeichner auf Entschädigung verklagt. Das Gericht habe die Klage damals jedoch mit Verweis auf die Meinungsfreiheit abgewiesen.


Kommentieren