Moskau: Politisches Manöver bei Festnahme einer Russin in Washington

Moskau/Washington (APA/AFP) - Das russische Außenministerin hat die jüngste Festnahme einer Russin in den USA als politisches Manöver gebran...

Moskau/Washington (APA/AFP) - Das russische Außenministerin hat die jüngste Festnahme einer Russin in den USA als politisches Manöver gebrandmarkt. Mit der Festnahme der 29-Jährigen solle „der positive Effekt“ des Gipfeltreffens zwischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump am Montag in Helsinki herabgemindert werden, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch in Moskau. Dies sei „das klare Ziel“ der Festnahme.

Die Festnahme der 29-jährigen Maria Butina in Washington war am Montag unmittelbar nach dem Gipfeltreffen in Helsinki von der US-Justiz bekannt gegeben worden. Butina wird versuchte Infiltration politischer Organisationen in den Vereinigen Staaten vorgeworfen. Sie soll an einer Verschwörung der russischen Regierung zur Beeinflussung der US-Politik beteiligt gewesen sein.

Laut Ermittlungen der Bundespolizei FBI wollte Butina unter anderem „private“ Kommunikationskanäle zu US-Politikern herstellen, um in den „nationalen Entscheidungsapparat der Vereinigten Staaten einzudringen“ und so die Interessen der russischen Regierung zu „befördern“. Laut „New York Times“ soll sie im Präsidentschaftswahlkampf 2016 zwei Mal versucht haben, ein Geheimtreffen zwischen dem damaligen republikanischen Kandidaten Trump und Putin zu arrangieren.

Butinas Festnahme reiht sich in eine Serie von Strafverfolgungsaktivitäten der US-Behörden gegen mutmaßliche russische Einmischungen in die US-Politik ein. Trumps Auftritt an der Seite Putins in Helsinki und seine Weigerung, die russische Rolle im US-Wahlkampf zu verurteilen, hatten in Washington helle Empörung ausgelöst.

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