Italiens Finanzministerium warnt vor Währungskrieg

Berlin (APA/Reuters) - Angesichts der Spannungen mit den USA in Handelsfragen warnt die italienische Regierung vor einem Übergreifen des Kon...

Berlin (APA/Reuters) - Angesichts der Spannungen mit den USA in Handelsfragen warnt die italienische Regierung vor einem Übergreifen des Konflikts auf die Wechselkurse. „Wir sollten uns von einem Handelskrieg fernhalten, ganz zu schweigen von einem Währungskrieg“, sagte der Chefvolkswirt des italienischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums, Riccardo Barbieri, am Mittwoch in Berlin.

Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahrzehnte basiere auf einem zunehmend freien Handel und flexiblen Wechselkursen, sagte Barbieri auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes deutscher Banken in Berlin. Dazu gebe es eine Übereinkunft der sieben traditionellen Industriestaaten (G-7), Wechselkurse nicht zu manipulieren.

Italien gehört den G-7-Ländern ebenso an wie den G-20, deren Finanzminister und Vertreter der Notenbanken sich am Wochenende in Buenos Aires treffen. Die Zusicherung, auf Maßnahmen zur Beeinflussung von Wechselkursen zu verzichten, ist seit Jahren Teil von G-20-Erklärungen.

Kürzlich hatte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny davor gewarnt, dass es bei einer Zuspitzung des Handelskriegs zu einem ungewollten Währungskrieg kommen könnte. EZB-Präsident Mario Draghin warnte zugleich vor den Folgen für die Konjunktur durch zunehmende Abschottungstendenzen.

Barbieri sagte, Italien sei weiter ein überzeugtes Mitglied der Eurozone. Wichtig sei aber, auf dem Reformpfad zu bleiben. Einzelne Mitglieder der neuen Regierung in Rom hatten wiederholt Kritik am Euro geäußert und einen Austritt aus der Währungsunion nicht ausgeschlossen.


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