US-Vizepräsident Pence kritisiert neuerliche Gewalt in Nicaragua

Managua/Washington (APA/dpa) - Die USA haben die tödlichen Zusammenstöße zwischen Regierungskräften und Demonstranten in Nicaragua scharf kr...

Managua/Washington (APA/dpa) - Die USA haben die tödlichen Zusammenstöße zwischen Regierungskräften und Demonstranten in Nicaragua scharf kritisiert. Die von der Regierung ausgehende Gewalt gegen friedliche Studenten, Geistliche, Medienschaffende und Zivilisten könne nicht toleriert werden, schrieb US-Vizepräsident Mike Pence am Mittwoch auf Twitter.

Er rief die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) auf, die Menschenrechtsverletzungen in dem mittelamerikanischen Land zu verurteilen. „Die fortgesetzte, von der Regierung angestiftete Gewalt und das Blutvergießen müssen sofort aufhören“, schrieb zuvor Francisco Palmieri, der stellvertretende US-Staatssekretär für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre, nach den jüngsten Vorfällen mit Toten in Masaya nahe der Hauptstadt Managua auf Twitter.

In dem seit Mitte April andauernden Konflikt sind nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als 300 Menschen in dem mittelamerikanischen Land gestorben, die Regierung spricht von rund 50 Toten. Die Proteste hatten sich an einer geplanten und später gekippten Sozialreform entzündet, doch schnell forderten die Demonstranten den Rücktritt des autoritären Präsidenten Daniel Ortega sowie ein Ende der Gewalt und eine freie Presse.

De UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra‘ad al al-Hussein, gab am Dienstag der Regierung in Nicaragua die Hauptschuld an der Eskalation. Die Gewalt gehe von der Regierung, der Polizei und regierungsnahen Schlägertrupps aus, teilte ein Sprecher Al-Husseins mit. In Masaya hatten Polizisten und paramilitärische Gruppen am selben Tag von Demonstranten errichtete Barrikaden attackiert.

Daraufhin warfen diese mit Steinen und selbst gemachten Bomben, wie der Sender Canal 15 berichtete. Bei der achtstündigen Konfrontation seien eine Frau, ein 15-Jähriger und ein Polizist ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Menschenrechtsgruppe (ANPDH) Canal 15. Etwa 40 Menschen seien festgenommen worden.


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