DNA-Gutachten bestätigt: Hadishs Mörder in Wien war Einzeltäter

In den vergangenen Wochen hatte es vermehrt Stimmung gegen die Familie des Täters gegeben: Es hieß, die Eltern und der Bruder hätten dem 16-Jährigen bei der Beseitigung der Leiche geholfen. Das kann die Gerichtsmedizin deutlich widerlegen.

Der schreckliche Fund wurde in der Wohnanlage "Dittes-Hof" gemacht, wo die siebenjährige Hadish auch wohnte.
© APA/HANS PUNZ

Wien – Nach dem grausamen Mord an der siebenjährigen Hadish im Wiener Dittes-Hof am 11. Mai gingen die Wogen hoch: Im Internet kursierten in den vergangenen Wochen Videos, die nicht nur dem mutmaßlichen Täter, einem 16-jährigen Nachbarsjungen, Schuld an der Tat vorwarfen. Auch seine Familie wurde in das Geschehen hineingezogen: Entfernte Verwandte des toten Mädchens warfen den Eltern und dem Bruder des 16-Jährigen vor, dass sie ihm bei der Beseitigung der Leiche geholfen hatten. Das hatten die Eltern stets bestritten – die Befürchtung einer Blutrache stand im Raum. Auch die Anwältin der Familie wurde bedroht.

Keine andere DNA an Hadishs Körper

Jetzt beweist das DNA-Gutachten, dass das nicht der Fall war. Wie der Kurier berichtet, hat die Sachverständige Christa Nussbaumer Proben aus der Wohnung und auf dem Körper der Siebenjährigen analysiert. Demnach fanden sich am Körper nur DNA-Spuren des verdächtigen Robert K. (16). „Damit ist klar, dass niemand aus der Familie bei der Tat oder beim Verschwindenlassen der Leiche geholfen hat, wie spekuliert wurde“, sagt Liane Hirschbrich, Rechtsanwältin des Burschen und seiner Familie gegenüber Kurier.

Der 16-Jährige hatte das Kind am 11. Mai in die elterliche Wohnung gelockt und sie laut Anklage in der Dusche mit einem Messer erstochen. Danach hatte er die Leiche in einem Müllcontainer entsorgt. Bei einer Suchaktion wurde der Körper der Siebenjährigen entdeckt, wenig später forschte die Polizei den Nachbarsjungen als mutmaßlichen Täter aus. Sein Motiv: Wut und Langeweile. Derzeit ist noch ein psychiatrisches Gutachten ausständig, das den Geisteszustand des 16-Jährigen beurteilen soll.

Hadishs Vater lehnt Blutrache ab

Unterdessen hat der Privatsender Puls4 ein Video von Hadishs Vater ausgestrahlt. Der Mann war zum Zeitpunkt der Tat im Gefängnis in Bozen inhaftiert, ihm wurde Schlepperei vorgeworfen. Nach dem Tod seiner Tochter kam er von einem Ausgang nicht mehr zurück. Medien hatten daraufhin spekuliert, er könne in seine Heimat Tschetschenien gereist sein, um mit Verwandten eine Blutrache vorzubereiten.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Im aktuellen Video widerspricht der Vater diesen Gerüchten vehement. Er lehne eine Blutrache entschieden ab. Vielmehr habe er in dieser schweren Zeit bei seiner Familie sein wollen, schließlich habe er noch vier Töchter und einen Sohn in Österreich. Er erklärte auch, dass er seine Haftstrafe weiter in Österreich absitzen wolle. (TT.com)


Schlagworte