Strafzölle - Malmström beschwört Zusammenarbeit im Handel

Brüssel (APA) - EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat im Rahmen einer Veranstaltung über den Marshall-Plan die Bedeutung der Zusammena...

Brüssel (APA) - EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat im Rahmen einer Veranstaltung über den Marshall-Plan die Bedeutung der Zusammenarbeit im Handel mit den USA beschworen. „Wir stehen heute an einer Wegkreuzung für den offenen globalen Handel.“ Sie hoffe, die USA werden mit der EU das Vertrauen in das multilaterale Handelssystem wieder aufbauen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Malmström reisen nächste Woche in die USA und werden dort auch mit Präsident Donald Trump zusammentreffen. Die Amerikaner haben zuletzt Strafzölle gegen die EU und China auf Stahl und Aluminium verhängt und jüngst auch Zölle auf Autos angedroht. Malmström erklärte am Donnerstag in Brüssel, der Marshall-Plan als Zeichen tiefer Freundschaft zwischen den USA und der EU sollte nicht vergessen werden. Dieser habe einerseits zu einer liberalen demokratischen Ordnung geführt und auch einen großen Erfolg im gegenseitigen Handel gebracht. Es dürfe hier keine Rückschritte geben. „Der Marshall-Plan war erfolgreich“, er habe nach dem Zweiten Weltkrieg zu gemeinsamen Werten von Freiheit und Demokratie beigetragen. Deswegen sei es notwendig, dass die USA und die EU weiterhin zusammen stehen.

Malmström verwies darauf, dass 15 Millionen Jobs in den USA durch die transatlantischen Beziehungen geschaffen wurden. Außerdem exportiere die EU Autos im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro nach Amerika.

Sie werde bei dem Treffen in den USA die lange Freundschaft betonten. „Wir werden versuchen, eine Lösung zu finden, um die Lage zu deeskalieren. Ich hoffe, wir finden einen gemeinsamen Weg, um zu einer positiven multilateralen Handelsagenda“ zu kommen. Investitionen im Handel dienten beiden Seiten. Die Kommissarin schloss gleichzeitig nicht aus, dass die WTO-Regeln, die seit mehr als 20 Jahren angewendet werden, modernisiert werden sollten. „Die Regeln gelten immer noch, aber wir müssen sie anpassen. Es sind neue Herausforderungen dazu gekommen“.

Die EU stehe weiterhin für einen weltweiten Handel. Malmström führte die Handelsabkommen mit Kanada und das zuletzt mit Japan abgeschlossene an, ferner mit Mexiko, das im Lauf des Jahres kommen werde, sowie mit Vietnam und Singapur bzw. mit Australien und Neuseeland. „Das internationale Handelssystem steckt derzeit in der tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Es kann keine schnellen Lösungen geben.“ Doch sei es notwendig, die eigene Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen, um den Herausforderungen der Globalisierung entgegentreten zu können.

Die EU wolle eine Eskalation der Situation mit den USA vermeiden. „Aber wir haben keine andere Chance, als zu antworten. Unsere Maßnahmen sind in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln. Es geht um einen Ausgleich“, so Malmström. Sie hoffe, dass in drei Jahren der Konflikt beendet sein könne.


Kommentieren