Union Innsbruck zittert um Zukunft am Fenner-Areal

Der Fußballverein befürchtet Auswirkungen durch den MCI-Baustopp. Für Sportstadträtin Mayr „ist der Platz auf jeden Fall zu erhalten“.

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Von Michael Domanig

Innsbruck –„Die Union Innsbruck sieht einer ungewissen Zukunft entgegen“, meint Obmann Herbert Lener sorgenvoll. Der Fußball-Traditionsverein mit zwei Kampfmannschaften – von denen eine in der UPC Tirol Liga spielt – und elf Nachwuchsteams mit rund 170 Kickern ist am Fenner-Areal in der Innenstadt beheimatet. Im Zuge des geplanten MCI-Neubaus am Areal sollte auch der Sportplatz neu gestaltet werden. Dieser Aspekt des Gesamtprojekts liegt im Verantwortungsbereich der Stadt. Konkret sollte der Platz „um 80 bis 90 Meter nach Norden versetzt werden – dahin, wo sich jetzt die Bundesgärten befinden –, um 90 Grad gedreht und schön in das neu gestaltete MCI-Areal eingebettet werden“, so Lener.

Doch wie berichtet, hat die Landesregierung den MCI-Neubau jetzt vorerst auf Eis gelegt, um eine Kostenexplosion zu verhindern, und strebt eine rasche Neuausschreibung an. Leners Befürchtung ist nun, dass mit dem Neuaufsetzen des Gesamtprojekts der Fenner-Sportplatz „gestorben“ sein könnte – vor allem, wenn auf der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten auf die bisher geplante Tiefgarage verzichtet werden sollte.

„Es gibt aber einen aufrechten Gemeinderatsbeschluss, dass der Sportplatz erhalten bleibt und neu gestaltet wird“, sagt Lener. Der Zustand der Infrastruktur sei ohnehin schon seit Jahren „grenzwertig“, „wir fretten uns geduldig durch“. Teilweise habe man drei Mannschaften mit 60 bis 80 Kindern zeitgleich zum Trainieren auf einem Feld.

Der Baustart am Fenner-Areal wäre eigentlich für Dezember 2019 geplant gewesen, die Union würde übergangsmäßig am alten Rumer Fußballplatz unterkommen. Als Dauerlösung sei dies aber unmöglich, so Lener, schon die temporäre Abwanderung sei gerade für die Nachwuchsarbeit eine gewaltige Belastung.

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Für Sportstadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ) ist klar, „dass die Sportstätte am Fenner-Areal auf jeden Fall zu erhalten ist“, hier orte sie auch Einigkeit in der Koalition. Wichtig sei daher, dass in der von Stadt und Land geplanten gemeinsamen Arbeitsgruppe zum MCI-Neubau das städtische Sportamt mit dabei sein müsse – dies habe sie bereits schriftlich deponiert.

Dem Fenner-Sportplatz seien fünf Stadtteile zugeordnet, Schulen könnten ihn mitnützen, es gebe keine Anrainerkonflikte, kurz: „Der Standort ist ideal“ – und man habe in Innsbruck generell Kapazitätsprobleme. Das bisher geplante Funktions- und Raumprogramm für die Sportstätte, erarbeitet in Gesprächen mit den Nutzern, solle erhalten bleiben. Auf jeden Fall nötig sei etwa eine Flutlichtanlage, ebenso ein Kunstrasen, betont Mayr. Generell halte sie es für „kurzsichtig“, beim Sportplatz „jetzt aus Spargründen abzuspecken“. Später nachrüsten zu müssen, komme teurer.

Zugleich versuche man auch, die Ausweich-Vereinbarung mit Rum „nach hinten auszudehnen“, ergänzt Mayr.


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