Libyscher Regierungschef verteidigt Küstenwache gegen Kritik

Tripolis (APA/dpa) - Der Chef der international anerkannten libyschen Einheitsregierung, Fayez al-Sarraj, hat die Küstenwache seines Landes ...

Tripolis (APA/dpa) - Der Chef der international anerkannten libyschen Einheitsregierung, Fayez al-Sarraj, hat die Küstenwache seines Landes verteidigt. Zu Vorwürfen, die Küstenwache habe Menschen zurückgelassen, sagte er der „Bild“-Zeitung (Freitag-Ausgabe): „Das sind ungeheure Vorwürfe, die nicht stimmen und von unserer Küstenwache bereits klargestellt wurden. Wir retten jeden Tag hunderte Menschen vor der Küste Libyens.“

Das Land brauche aber mehr technische und finanzielle Unterstützung, sagte der Premier. Eine spanische Organisation hatte der libyschen Küstenwache vorgeworfen, bei einem Einsatz zwei Frauen und ein Kind auf hoher See zurückgelassen zu haben.

Sarraj forderte einen globalen Plan, um die Flüchtlingskrise zu lösen. Libyen sei nur das Transitland, das die Menschen für ihre Flucht nutzten. „Wir haben Flüchtlingsunterkünfte für mehrere zehntausend Menschen geschaffen, aber in unserem Land halten sich mehrere hunderttausend illegale Migranten auf, was die Sicherheitslage massiv verschlechtert. Darunter sind Terroristen, Kriminelle und Menschenschmuggler.“

Auf die Frage, was er von möglichen Ankerzentren in seinem Land halte, sagte Sarraj: „Nein, das wird es bei uns nicht geben. Wir sind absolut dagegen, dass Europa ganz offiziell bei uns illegale Migranten unterbringen will, die man in der EU nicht haben möchte.“

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