Fußball: APA-Trainerumfrage vor Saisonstart in der Bundesliga 2

Wien (APA) - Thomas Letsch (Austria Wien):...

Wien (APA) - Thomas Letsch (Austria Wien):

1.) „Red Bull Salzburg ist der große Favorit, wie in jedem Jahr. Der Umbruch bei ihnen war noch nie so klein, im Gegenteil: Sie haben Qualität dazubekommen. Alles andere als der Titel für Salzburg wäre eine große Überraschung.“

2.) „Wir wollen uns weder mit der Vergangenheit beschäftigen, noch zu sehr mit der Zukunft. Mir ist wichtig, dass wir im Hier und Jetzt leben, dass wir jeden Tag nutzen. Ein Jahr nicht international zu spielen, ist schlimm genug. Das muss im nächsten Jahr anders sein, dieses Minimalziel muss sein. Dazu müssen wir ins obere Play-off, mehr lasse ich mir nicht herauslocken.“

3.) „Es wird spannend. Jeder erwartet die großen Mannschaften im oberen Play-off. Salzburg, Austria, Rapid, Sturm, LASK sind fünf. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine davon schwächelt. Dazu gibt es immer eine Überraschungsmannschaft. Zu Beginn ist die Ausgangslage nicht anders wie bisher. Nach zehn, elf Spieltagen könnten sich aber Dinge herauskristallisieren, dann wird es unruhig werden.“

4.) „Ich glaube, dass Salzburg den Sprung in die Champions League schafft. Bei den anderen muss man sehen. Die österreichische Liga ist gut, jeder hat Potenzial, in die Europa League einzuziehen. Sturm Graz hat natürlich ein schweres Los.“

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Werner Grabherr (SCR Altach):

1.) „Titelfavorit ist heuer noch klarer als sonst Red Bull Salzburg. Sie haben die Mannschaft zusammenhalten können. Es wird sich wieder zeigen, inwiefern die Doppelbelastung eine Rolle spielt. Die war die letzten Jahre spürbar. Im Frühjahr haben sie dann aufgedreht. Wenn sie so weitermachen, wird es sehr schwierig sein, sie generell einmal zu knacken.“

2.) „Wir wollen die Mannschaft nach der letzten Saison wieder erfolgreich machen, ihr auch eine gewisse Substanz antrainieren, damit wir über das Jahr gut durchkommen. Der Fokus heuer liegt ein Stück weit schon auf dem Frühjahr - da wollen wir richtig performen können, das haben wir im letzten Jahr nicht geschafft. Wenn es um Platzierungen geht, wollen wir immer besser sein als in der Vorsaison. Da wäre Platz sieben sicher kein schlechter Platz, aber sicher: Der sechste ist das große Ziel aller Clubs. Für den SCR Altach ist ein unteres Play-off aber kein Beinbruch.“

3.) „Jede Runde im Herbst wird schon eine richtig große Bedeutung haben. Jeder einzelne Punkt wird sehr wichtig sein, denn dieser kann entscheiden, ob man es ins obere oder untere Play-off schafft. Es wird sich kein Club leisten können, über einige Wochen einmal nicht zu performen.“

4.) „Ich traue ihnen sehr viel zu. Auch wir als Altach konnten in der Vergangenheit zeigen, dass speziell in der frühen Phase viel möglich ist, weil in anderen Ligen die Meisterschaft erst später startet. Diesen Moment zu nützen, ist für österreichische Clubs eine Riesenchance. Ich hoffe, dass es der ein oder andere in eine Gruppenphase schafft, weil es für Österreich sehr wichtig ist.“

Christian Ilzer (WAC):

1.) „Titelfavorit ist natürlich Salzburg. Mich begeistert der Fußball, der Trainer, die Arbeitsweise dort. Es ist alles rund, hat Qualität, da wird nicht leicht was daran vorbeiführen. Ich finde aber auch, dass sich die Wiener Großclubs gut aufgestellt haben, vor allem die Austria. Sie haben jetzt eine Mannschaft, die ideal zur Traineridee passt, spielen nicht international und haben die Euphorie durch das neue Stadion. Die Austria ist für mich vielleicht ein kleiner Geheimfavorit.“

2.) „Ich könnte sagen, wir wollen den Klassenerhalt und es mir gemütlich machen. Aber das will ich nicht. Ich denke, dass wir eine Mannschaft haben, von der man auch etwas erwarten muss. Es ist wahrscheinlich ein Platz möglich im oberen Play-off, die anderen sind eh reserviert, und um diesen einen kämpft jeder. Wenn bei uns wirklich alles optimal läuft, dann müssen wir uns zutrauen, da dabei zu sein. Wenn es uns gelingt wäre es ein Riesenerfolg.“

3.) „Ich finde es spannend, mir gefällt‘s, es bringt einfach neuen Pepp rein. Punktehalbierung, es bleibt spannend, es gibt oberes und unteres Play-off, jeder will ins obere Play-off. Ich denke auch, dass es im unteren Play-off durch die Punktehalbierung richtig um das Überleben gehen wird. Und du hast mit dem siebenten Platz noch die Chance in den Europacup zu kommen, da ist viel Würze drinnen. In der Vorbereitung macht es für uns keinen Unterschied, im Winter kannst du vielleicht noch einmal nachrüsten, wenn es vor der Punkteteilung eng sein sollte.“

4.) „Ich wünsche allen das Beste, man fiebert da einfach für Österreich mit. Salzburg hat vergangene Saison wirklich Heroisches geleistet, das darf man aber nicht als Standard annehmen. Ich glaube, dass es heuer soweit ist und sie es in die Champions League schaffen.“

Dietmar Kühbauer (SKN St. Pölten):

1.) „Es ist beängstigend, wenn Marco Rose sagt, dass sie jetzt noch weiter sind. Sie sind der Kandidat Nummer eins auf den Titel. Oben wird es schwer werden, Salzburg zu knacken. Es wäre schön, wenn es jemand schaffen kann. Aber sie haben einfach eine Super-Truppe.“

2.) „Wir wollen heuer in ruhigere Fahrwasser reinkommen, keine Frage. Unser Ziel ist es, dass wir einfach drinbleiben (in der Liga, Anm.). Was dann heraus kommt, wird sich zeigen. Es liegt natürlich an uns. Nach der vergangenen Saison zu sagen, wir wollen um Rang sechs mitspielen wäre vermessen.“

3.) „Die Spiele sind dieselben. Ob das Format besser ist, wird sich zeigen. Für die kleinen Vereine fällt sicher weg, dass man Rapid, Austria, Salzburg so oft hat. Die großen Mannschaften werden oben dabei sein, eine kleine auch. Ich will die Euphorie nicht bremsen. Es könnte aber eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstehen. Der ‚Kleine‘, der oben ist, hat eine super Geschichte.“

4.) „Ich würde es Salzburg wünschen, dass sie es erstmals in die Champions League schaffen. Und sie werden es schaffen. Bei den anderen Mannschaften weiß man nicht, was passiert. Solange du nicht in die Gruppenphase kommst, ist es vor allem für kleine Mannschaften körperlicher und mentaler Stress. Aber natürlich wünsche ich jedem, dass er weiterkommt, weil das Ansehen für Österreichs Liga steigt.“

Karl Daxbacher (FC Wacker Innsbruck):

1.) „Das ist nach wie vor Red Bull Salzburg, die meiner Meinung nach sicher die beste Mannschaft haben. Schon die Vorbereitungsspiele waren beeindruckend - kein Gegentreffer, gegen relativ starke Gegner gewonnen. Das zeigt, dass da eine Mannschaft ist, die um einiges über den anderen steht.“

2.) „Wir wollen nächstes Jahr wieder in der Liga sein, das ist das vorrangigste Ziel. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Schauen wir, wie wir ankommen. Die Auslosung ist relativ schwierig, daher wäre ein guter Start wichtig, und auch gute Leistungen, damit sich der Tivoli wieder mehr füllt.“

3.) „Es ist der Versuch, es interessanter zu machen. Ich würde der Reform eine Chance geben. Es könnte wirklich spannender werden. Es gibt immer wieder neue Anreize, die sonst vielleicht verloren gegangen sind. Österreich hat schon viele Reformen versucht. Wahrscheinlich wird man es erst nach zwei, drei Jahren wirklich beurteilen können.“

4.) „Von bis sehr viel - aber auch in die andere Richtung. Die kleinen Mannschaften, die zu Beginn die Gegner sind, sind auch nicht mehr leicht zu bespielen. Bei Salzburg wünscht sich jeder, dass sie einmal in die Champions League kommen. Bei den anderen ist alles möglich - von einem frühen Ausscheiden bis auch zur Gruppenphase.“

Markus Schopp (TSV Hartberg):

1.) „Es ist in den letzten Jahren immer Red Bull gewesen, das wird in diesem Jahr nicht anders ein. Die Mannschaft hat sich in ihrer Substanz bis heute nahezu nicht verändert. Der Trainer ist der gleiche geblieben. Das sind Voraussetzungen, die Red Bull in den wenigsten Jahren gehabt hat - und trotzdem ist es sich immer ausgegangen. Deswegen ist Red Bull für mich absoluter Titelfavorit.“

2.) „Das Ziel muss sein, in der Liga zu bleiben. Darauf richten wir uns mit allen unseren Möglichkeiten aus.“

3.) „Die Plätze im oberen Play-off sind relativ kompakt und wahrscheinlich vergeben. Für uns als TSV Hartberg ist es eine interessante Konstellation, weil relativ viele neue Spieler gekommen sind und es wahrscheinlich einen gewissen Prozess dauern wird, bis die Mannschaft zu sich findet. Dann werden die Punkte halbiert, das ist nicht uninteressant. Am Ende des Tages gilt es trotzdem, einen Punkt mehr zu machen als irgendeine andere Mannschaft in der Liga.“

4.) „Red Bull hat sich in der Substanz fast nicht verändert. Wir haben noch gut in Erinnerung, was ihnen letztes Jahr in der Europa League gelungen ist. Ich würde mir wünschen, dass sie es jetzt wirklich einmal in die Champions League schaffen und sich auf absolut höchstem Niveau entwickeln können. Andere Kandidaten - Admira, Rapid oder Sturm - haben größtenteils Abgänge. Da wird man sehen, wie sie das in so kurzer Zeit kompensieren können. Als Österreicher würde ich mir wünschen, dass sie alle in den Hauptrunden vertreten sind - das wird aber ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen.“


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