Premierenerfolg für Musical „Blutsbrüder“ in Brunn am Gebirge

Brunn am Gebirge (APA) - Bei den neugegründeten Sommerfestspielen in Brunn am Gebirge ist am Donnerstagabend das Musical „Blutsbrüder“ von W...

Brunn am Gebirge (APA) - Bei den neugegründeten Sommerfestspielen in Brunn am Gebirge ist am Donnerstagabend das Musical „Blutsbrüder“ von Willy Russell in einer Kooperation von Maya Hakvoort Music Productions (MHMP) und der Marktgemeinde Brunn am Gebirge zur Premiere gelangt. Eine bemerkenswerte Produktion, die vom Publikum mit Betroffenheit, Enthusiasmus und Standing Ovations bejubelt wurde.

Dabei ist die Handlung eher untypisch für das Genre, denn es gibt - ähnlich wie in „Hair“ oder „West Side Story“ - kein Happy End. Das weiß man schon von Anfang an, dennoch bleibt die Spannung bis zum Schluss aufrecht, nicht zuletzt dank der versierten Regie von Musicalurgestein Dean Welterlen. Musikalisch perfekt begleitet wird das Ensemble von einer formidablen Liveband unter der Leitung von Jeff Frohner.

Das Veranstaltungszentrum Bruno bietet dabei keine besonders idealen Voraussetzungen: Die Bühne ist relativ klein, die technischen Möglichkeiten sind bescheiden, der Zuschauerraum umfasst 500 Sitzplätze. Insofern ist auch Welterlens Bühnenbild eher spartanisch gehalten und funktioniert tadellos mit Bildprojektionen von Ziegelwänden und Wiesenlandschaften. Auch die gediegene Lichttechnik kann keine spektakulären Effekte bieten, und die tolle Choreografie von Lorna Dawson entfaltet sich nur in kurzen Szenen. Das alles macht dennoch überhaupt nichts, denn stringente Inszenierung und darstellerische Intensität kompensieren alle Handicaps.

Das 1983 uraufgeführte Stück spielt in den 1960er- und 1970er-Jahren in Liverpool, Hakvoort hat es in die Gegenwart transferiert und spielt selbst Mrs. Johnstone, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und ihrer Arbeitgeberin, der kinderlosen Mrs. Lyons (Ann Mandrella), einen ihrer beiden ungeborenen Zwillinge überantwortet. Das Schicksal führt die Brüder (bestens besetzt mit Daniel Eckert und Johannes Huth) wieder zueinander. Sie werden nicht nur beste Freunde, sondern Blutsbrüder. Trotzdem lastet ein Fluch über ihnen, und am Ende steht ein Mord.

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Drew Sarich ist ein sehr präsenter, eindringlicher Erzähler, der auch immer wieder in kleine Nebenrollen schlüpft. Ganz hervorragend gelingt die entwicklungspsychologische Zeichnung der Heranwachsenden im Laufe der Jahre, da stimmt alles von den Siebenjährigen über die Pubertierenden bis zu den jungen Erwachsenen. Eine gehörige Prise Kapitalismuskritik ist auch dabei.

Ein erstaunlicher Einstieg in die neuen Sommerfestspiele in Brunn am Gebirge. Den Wermutstropfen verkündete Kulturreferent Gerhard Feichter: Eine Fortsetzung wird es 2019 nicht geben, erst 2020 soll es weitergehen. Das ist schade und ungeschickt, denn diesen erfreulichen Schwung des ersten Erfolgs sollte man nützen und mitnehmen.

(S E R V I C E - Sommerfestspiele Brunn am Gebirge, Veranstaltungszentrum Bruno: Willy Russell, „Blutsbrüder“. Regie und Bühnenbild: Dean Welterlen, Musikalische Leitung: Jeff Frohner. Mit Maya Hakvoort, Drew Sarich, Ann Mandrella, Daniel Eckert, Johannes Huth, u.a. Vorstellungen bis 11. August, Tickets und Info: Tel. 02236/31601100)

(B I L D A V I S O - Fotos unter www.allegria.at/site/kunden/maya-hakvoort/ blutsbrueder/fotos)


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