Was man im Urlaub nicht fotografieren sollte

Erinnerungen an den Urlaub hält man am liebsten auf Fotos und Videos fest und teilt sie sogleich in den sozialen Netzwerken mit Freunden. Aber ist das auch bei jedem Motiv erlaubt? Eine ÖAMTC-Expertin weiß, worauf beim Fotografieren im Urlaub geachtet werden sollte.

Im Urlaub ist Vorsicht geboten: Nicht alles, was vor die Linse kommt, darf auch veröffentlicht werden.
© iStockphoto

Innsbruck – Sonnenuntergänge, Leute, Architektur, Kunst: Im Urlaub wird (fast) alles, was vor die Linse kommt, abgelichtet. In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. werden die Schnappschüsse auch gleich öffentlich gemacht. „Aber Achtung: Viele Länder haben spezifische Vorschriften bezüglich erlaubter Motive und anschließender Bildverbreitung. Diese sollte man kennen, damit der Urlaub problemlos verläuft und kein rechtliches Nachspiel hat“, rät ÖAMTC-Touristikerin Kristina Kosnar.

Vorsicht bei Kunstwerken

Ärger kann man sich beispielsweise einhandeln, wenn man Kunstwerke fotografiert. Die sind nämlich meist urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers.

Gebäude und Straßen zulässig

„Das Fotografieren von Bauwerken auf öffentlicher Straße wiederum unterliegt in den meisten Ländern der sogenannten Panoramafreiheit“, erklärt Kosnar. Das bedeutet, dass die äußere Ansicht bleibender Werke an Straßen und Plätzen fotografiert und veröffentlicht werden darf.

Drohnen sind problematisch

„Wer ein berühmtes Bauwerk mit einer Drohne fotografiert und das Bild ins Netz stellt, kann durchaus Probleme bekommen“, weiß die Expertin. Die Panoramafreiheit gelte nämlich in dem Fall nicht, weil Luftbild-Aufnahmen mehr zeigen, als man von der Straße aus mit eigenen Augen sehen könne.

Bei Personen Einverständnis erforderlich

Einheimische Personen sollte man niemals ohne deren Erlaubnis ablichten. Vorher fragen und ein „Nein“ gegebenenfalls unbedingt akzeptieren. Für Fotos mit Minderjährigen ist die Zustimmung der Eltern notwendig.

Kirchen und Museen oft tabu

In vielen Museen, Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten gelten Fotografie-Verbote. Wer sich keinen Ärger einhandeln will, sollte sie auch einhalten.

Kamera weg bei Militäranlagen

Das Ablichten von Militäranlagen sollte auch in Europa vermieden werden. In Griechenland und Zypern ist sogar nicht nur das Fotografieren von militärischen Anlagen, sondern auch von wichtigen zivilen Anlagen wie Flughäfen oder Häfen verboten. „Andernfalls drohen strafrechtliche Konsequenzen“, so die ÖAMTC-Touristikerin. Dasselbe gilt auch in Russland. Dort sind neben militärischen Einrichtungen auch gewisse technische Anlagen ein No-Go.

In fernen Ländern droht oft auch Haft

In den meisten muslimischen beziehungsweise arabischen Ländern ist das Fotografieren von Anlagen strategischer Bedeutung (staatliche Gebäude und Botschaften), Flughäfen, Bahnhöfen, Polizeistationen und Uniformierten untersagt. Dasselbe gibt häufig auch für Tempel, Kirchen und Moscheen. „Bei Missachtung der Verbote drohen neben der Beschlagnahmung der Kamera bzw. des Smartphones auch Strafen – im schlimmsten Fall sogar Verhaftung“, warnt Kosnar.

Generell gilt: Vorsichtig sein und die Kamera oder das Smartphone lieber mal stecken lassen, denn Fotografie-Verbote sind nicht immer explizit ausgewiesen. (TT.com)


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