Orban besuchte bei Israel-Besuch Klagemauer in Jerusalem

Jerusalem (APA/dpa) - Zum Abschluss seiner Reise nach Israel hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag die Klagemauer in ...

Jerusalem (APA/dpa) - Zum Abschluss seiner Reise nach Israel hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag die Klagemauer in Jerusalem besucht. Orban, der einen schwarzen Hut auf dem Kopf trug, berührte die heiligste Stätte des Judentums mit der Hand und hielt mit geschlossenen Augen inne.

Die Klagemauer ist ein Überrest der Befestigung des im Jahr 70 n. Chr. von den Römern zerstörten zweiten Jerusalemer Tempels. Sie liegt am Fuße des Tempelbergs, auf dem einst der jüdische Tempel stand und heute die muslimischen Gebetsstätten Felsendom und Al-Aksa-Moschee.

Bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu hatte Orban am Donnerstag gesagt, es gebe „null Toleranz“ für Antisemitismus in Ungarn. Netanyahu bezeichnete Orban als „wahren Freund Israels“. Am Donnerstagabend trafen Orban und seine Ehefrau Aniko Levai Netanyahu und dessen Frau Sara zum Abendessen.

Israels Opposition hatte Orbans Besuch scharf kritisiert. Orban hatte im vergangenen Jahr mit Lob für den ungarischen rechts-autoritären Führer und Hitler-Verbündeten Miklos Horthy (1868-1957; regierte 1920-1944) für Irritationen gesorgt. Er bezeichnete diesen als „außergewöhnlichen Staatsmann“. Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin warnte bei einem Treffen mit Orban vor „Neo-Faschismus“ in Europa.

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Nach einem Besuch Orbans in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte es am Donnerstag Proteste gegeben. Israelische Demonstranten blockierten bei der Abfahrt kurzzeitig seinen Wagen.

Netanyahu hatte Ungarn vor einem Jahr besucht. Der israelische Regierungschef hatte Orban in der Vergangenheit klar unterstützt - wofür er sowohl von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Ungarn als auch der israelischen Opposition kritisiert wurde. So wurde etwa die ungarischen Regierungskampagne gegen den liberalen US-Milliardär George Soros als antisemitisch kritisiert.


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