Türkei im Gespräch mit den USA über neue Iran-Sanktionen

Ankara (APA/AFP) - Eine US-Delegation hat am Freitag in der Türkei über mögliche negative Auswirkungen der neuen Strafmaßnahmen gegen den Ir...

Ankara (APA/AFP) - Eine US-Delegation hat am Freitag in der Türkei über mögliche negative Auswirkungen der neuen Strafmaßnahmen gegen den Iran auf die türkische Wirtschaft gesprochen. Das Außenministerium in Ankara teilte mit, die türkische Seite sei bemüht, „negative Folgen“ der geplanten Sanktionen zu vermeiden. Es hob zudem die Bedeutung des Nachbarlandes Iran als Handelspartner und Energielieferant hervor.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai trotz weltweiter Kritik entschieden, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen und neue Finanz- und Handelssanktionen gegen die Islamische Republik zu verhängen. Die türkische Regierung zeigte sich anschließend entschlossen, die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran trotz der Strafmaßnahmen aufrecht zu halten. Damit droht ein weiterer Konflikt mit dem NATO-Partner USA.

Ein US-Vertreter bestätigte am Freitag, dass die Sanktionen eine „sehr wichtige und potenziell strittige Frage zwischen den beiden Regierungen“ seien. Die US-Delegation wolle bei ihrem Besuch die Auswirkungen der Sanktionsgesetze erklären, damit es keine „Missverständnisse und Verwirrung“ gebe. In den vergangenen Jahren hatte es heftige Spannungen zwischen Ankara und Washington wegen der Iran-Sanktionen der USA gegeben.

Für massive Kritik in der Türkei sorgte vor allem ein New Yorker Prozess gegen einen ehemaligen türkischen Wirtschaftsminister und mehrere Vertreter der halbstaatlichen Halkbank. Den Angeklagten wurden Verstöße gegen die Iran-Sanktionen vorgeworfen. In dem Verfahren ging es um Gold-für-Öl-Geschäfte des türkisch-iranischen Geschäftsmanns Reza Zarrab, der während der Anhörung den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan schwer belastete.


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