Tiefe Einblicke und Powerfrauen beim TT-Café in Schwaz

Der eine geht in den Ruhestand, der andere will noch nichts davon wissen – beim TT-Café in Schwaz zeigten bekannte Persönlichkeiten tiefe Einblicke.

TT-Chefredakteur Alois Vahrner (Mitte) entlockte Regisseur Markus Plattner (l.) und Vollblutmusiker Florian Prantl einige lustige Geschichten auf der Bühne des TT-Cafés in Schwaz.
© Dähling

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Das regnerische Wetter kann es nicht gewesen sein, weshalb gestern Vormittag so viele Besucher in die Schwazer Innenstadt kamen. Wohl aber die spannenden Interviewgäste und der verlockende Duft von frisch geröstetem Kaffee und herzhaftem Gebäck.

Gestern machte die Frühstückstour der Tiroler Tageszeitung in Schwaz vor der Stadtpfarrkirche Halt und die Schwazer bewiesen ihre Wetterfestigkeit. Während die zahlreichen Besucher knapp 3000 Tassen Kaffee von Wedl/Test­a Rossa genossen, holte TT-Chefredakteur Alois Vahrner Sportler, Musiker, Wirtschaftsexperten oder auch Künstler zum Gespräch auf die Bühne.

Gleich zu Beginn testete er die Wasserresistenz von Stadtchef Hans Lintner und wollte mehr zum Thema Hochwasserschutz wissen. „Es ist eine Herausforderung und es wird über das Programm auch heftig gestritten. Aber das Ziel ist, Schutz und Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Lintner. Damit das auch funktioniere, müsse man „die Anliegen mancher Gruppen nachrangig behandeln“. Ohne Retentionsräume gehe es nicht.

Auf die Frage, ob Lintner nach 21 Jahren im Amt einen Nachfolger suche, antwortete er ausweichend: „Ich werde meine Aufgabe mit viel Freude weiterführen und mich darauf konzentrieren.“ Dazu zählt u. a. der Umbau der Bezirkshauptmannschaft. Wo die Stadt vor allem ein Auge auf den Innenhof hat. „Da sind wir intensiv dran. Bei der Gestaltung braucht es noch Abstimmungen mit den Nachbarn“, sagte Bezirkshauptmann-Stellverteter Wolfgangh Löderle.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Aber auch Verkehrstechnisch hat Löderle alle Hände voll zu tun. Für Sorgenfalten sorgt das Zillertal: „Wir haben versucht, den Verkehr im Ort mit Securitys wegzubringen.“ Aber die Dimensionen im Zillertal seien kaum mehr zu bewältigen. „27.500 Autos fuhren an einem Tag durch den Brettfalltunnel. Würde man all diese Autos Stoßstange an Stoßstange stellen, wäre das eine Strecke von Schwaz bis München“, sagte Löderle. Geduld und Verständnis müssten im September aber auch die Schwazer mitbringen. Da steht nämlich die Rad-WM samt mehreren Straßensperren quer durch die Stadt an.

Mit einer Sperre bzw. Pause musste auch Skiass Stephanie Brunner klarkommen. Nach ihrer Knieverletzung im Vorjahr ist sie aber wieder am Weg bergauf. „Die Reha verläuft gut und langsam habe ich das Gefühl, wieder auf die Ski aufsteigen zu wollen“, sagte die junge Tuxerin. Ob sie beim Auftakt in Sölden dabei sein wird, ist noch ungewiss. Doch für die Weltmeisterschaft will sie fit sein und vorne mitfahren. „Wintersportler wird man im Sommer. Das bedeutet viele schweißtreibende Stunden in der Kraftkammer.“

Ein hartes Training kennen auch die Schwazer Handballer. Laut Thomas Lintner, Sportlicher Leiter des Schwazer Bundesligisten „Handball Tirol“, strebt der neue Kader eine Top-5-Platzierung in der Meisterschaft an. „Wir sind eine der wenigen Teamsportarten Österreichs, die sich für solche Großveranstaltungen qualifiziert.“ Stolz ist er auch auf den Nachwuchs und die Jugendarbeit. Schwierig sei hingegen laut Vorstand Lukas Huber oftmals die Finanzierung. Als große Aufgabe sieht er, dass der Trainer die „jungen Wilden und europäischen Topspieler“ gut zusammenführt.

Mit vielen Aufgaben jongliert auch Daniela Neuhauser. Die Kapitänin der Achenseeschiffahrt dirigiert nicht nur 80 Mitarbeiter, sondern ist auch mit Herzblut bei den rund 250 Veranstaltungen an Bord dabei. Dazu hat sie sogar eine eigenen Somelier-Ausbildung gemacht. Was man für so einen Traumberuf mitbringen müsse? Verantwortung – sagte die Kapitänin.

Als zweite starke Frau in der Wirtschaft berichtete die Schwazer Wirtschaftskammer-Obfrau Martina Entner vom vielfältigen Mix im Bezirk, dass Qualität vor Quantität zähle und mehr Betten nicht unbedingt sein müssten. Zudem ist sie der Meinung, dass es attraktiver werde im Tourismus zu arbeiten, da für alle Arbeitsansprüche etwas geboten werde. Auf die Frage, ob sie die nächste WK-Präsidentin werden könnte, meinte Entner nur, dass sie nicht zur Verfügung stehe. „Eine Frau könnte ich mir aber schon gut vorstellen.“

„Und Action“ – hieß es, als Regisseur Markus Plattner auf der Bühne stand. Denn nach den Erler Passionsspielen steht nächstes Jahr für den gebürtigen Schwazer das Stück „Silberberg“ von Felix Mitterer auf dem Programm. „Als Schwazer glaubt man, dass man die Bergbaugeschichte kennt. Aber bei diesem Stück in gewohnt emotionaler Felix-Manier lernt man das Gewohnte neu kennen“, sagte Plattner.

Emotional wird dieses Jahr für Florian Prantl: „Nach 46 Jahren hänge ich die Musik an den Nagel.“ Warum? „Weil’s Zeit ist“, antwortete der Musikant von Die Zillertaler. Nach den unzähligen Stunden in Hotels und auf der Autobahn freut er sich nun auf mehr Zeit zum Bergsteigen, Radfahren und Imkern.

Neben den spannenden Gesprächen genossen die TT-Café-Besucher knapp 3000 Tassen Kaffee von Wedl/Testa Rossa, 750 Flaschen Montes Mineralwasser und 1678 Stück Gebäck der Hofer Backbox.

© Dähling

Kommentieren


Schlagworte