Bäume werden kontrolliert

Bundesforste und Asfinag nehmen derzeit auf 250 Straßenkilometern in Tirol Bäume unter die Lupe. Glyphosat wird seit 2017 gar nicht mehr verwendet.

Innsbruck/Wien –Mit den Schulferien ist auch das Verkehrsaufkommen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen auf seinem jährlichen Höhepunkt. Um hier für mehr „natürliche“ Verkehrssicherheit entlang der Hauptverkehrsrouten zu sorgen, haben die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und die Asfinag ein gemeinsames Projekt zur Baumkontrolle gestartet, das bis Ende 2020 dauert. „Wir sorgen dafür, dass die Zehntausenden Bäume entlang unserer Straßen gesund und damit sicher sind“, erklärt Asfinag-Geschäftsführer Josef Fiala.

In ganz Österreich sind die Baum-Experten-Teams der Bundesforste seit mehreren Monaten im Einsatz. In Tirol werden rund 1340 Baumgruppen auf 250 Straßenkilometern und einer Fläche von 530 Hektar kontrolliert. Davon entfällt laut Bundesforste der größte Anteil mit knapp einem Drittel auf Ahornbäume, gefolgt von Eschen und zahlreichen weiteren Baumarten. „Gerade in Zeiten des Klimawandels ist die regelmäßige Kontrolle der Standfestigkeit und Bruchsicherheit von Bäumen entlang von Wegen und Straßen unerlässlich“, so Rudolf Freidhager, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Bundesforste, die rund 15 Prozent der heimischen Wälder betreuen. „Wetterextreme wie Hitze, Trockenheit oder Stürme setzen Wald und Natur in den letzten Jahren verstärkt zu“, weiß Freidhager aus der Forstpraxis zu berichten. Der Zustand der Bäume wird dabei zunächst visuell überprüft und beurteilt. Bei weiterem Abklärungsbedarf zur Stand- und Bruchfestigkeit kommt modernste Technik zum Einsatz: Mittels eines speziellen Messgerätes, eines so genannten Resistographen, wird etwa anhand von Bohrungen der Widerstand des Holzes gemessen und daraus Rückschluss auf die Holzdichte gezogen.

Glyphosat kommt bei den Kontrollen übrigens laut Pia Buchner, Pressesprecherin der Bundesforste, nicht zum Einsatz. „Es wird ja hier kein Unkraut entfernt, sondern bei Bedarf mechanische Maßnahmen wie Kronenpflege, Erziehungsschnitt oder Entfernen von gebrochenen Ästen durchgeführt. Und überhaupt wurde bei den Bundesforsten die – bisher schon sehr geringe – Verwendung von Glyphosat 2017 ganz eingestellt.“ (wa)

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