MCI-Neubau: Busparkplatz als zentraler Zankapfel

Sollte die bisher geplante Bustiefgarage am künftigen MCI-Areal nicht kommen, schlägt TVB-Obmann Karl Gostner einen Busparkplatz anstelle des Sportplatzes vor. Diese Idee lässt die Union Innsbruck schäumen.

© Andreas Rottensteiner / TT

Von Michael Domanig

Innsbruck –Rund um die aus Kostengründen gestoppte Neuerrichtung des MCI am Innsbrucker Fenner-Areal und die geplante Überarbeitung des Vorhabens gehen weiter die Wogen hoch. Nun sorgt vor allem die Frage der – als Teil des bisherigen Gesamtprojekts geplanten – Bustiefgarage am Areal bzw. möglicher Alternativlösungen für mehrere explosive „Matches“: einerseits für einen Schlagabtausch innerhalb der Stadtregierung, zum anderen für Zündstoff zwischen dem Tourismusverband „Innsbruck und seine Feriendörfer“ und dem Fußballverein Union Innsbruck.

Wie berichtet, hat Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi zuletzt eine alternative Lösung statt der Bus-Tiefgarage – für deren Umsetzung die Stadt verantwortlich wäre – vorgeschlagen: In einer Art „Kiss & Ride“-System könnten die Touristen mit ihren Reisebussen oder Shuttles ins Zentrum gebracht werden und dort aussteigen, die Reisebusse anderswo parken.

TVB-Obmann Karl Gostner hält von dieser Idee denkbar wenig. Ein „Kiss & Ride“-System bringe nur Nachteile: „Jeden Tag rund 60 Reisebusse quer durch die Stadt zu schicken, kann nicht die Lösung sein. Da würde sich die Bevölkerung zu Recht über den zusätzlichen Verkehr aufregen.“

Gostner verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung des bestehenden Busparkplatzes: Dort würden jährlich 22.000 Reisebusse parken und Hunderttausende Touristen in die Stadt bringen. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass die Busgarage 8 Mio. Euro kostet, jetzt sind es 20 Mio. Euro. Wenn das wirklich so ist – was ich nicht beurteilen kann –, geht sich das natürlich nicht aus.“ Sollte die Tiefgarage also nicht kommen, sei zu überlegen, „ob es den Fußballplatz am Fenner-Areal wirklich braucht. Es müsste möglich sein, hier auch eine andere Lösung zu finden.“ Zumal der Platz nicht in erster Linie von der direkt angrenzenden Bevölkerung, sondern von Leuten aus allen Stadtteilen genützt werde, die dazu eigens hereinfahren würden.

Gostners Vorschlag lässt wiederum bei Union-Innsbruck-Obmann Herbert Lener den Blutdruck steigen: „Ein Busparkplatz kann nicht der Grund sein, dass praktisch die einzige Grün- und Sportfläche für fünf Stadtteile im Herzen von Innsbruck verloren geht.“ Ein neu zu errichtender Busparkplatz gehöre vielmehr, mit einem Terminal versehen, an den Stadtrand. „Da gäbe es in Innsbruck sicher einige geeignete Standorte.“ Er kenne jedenfalls – außer Innsbruck – „keine andere europäische Stadt, in der die Touristen mit den Reisebussen praktisch direkt bis vor die Souvernirgeschäfte gekarrt werden“, ergänzt Lener.

Der TVB versuche „schon seit Jahren, uns wegzubekommen“, meint er. „Unsere Zukunft, unsere Arbeit für die Jugend, den sozialen Frieden und die Integration scheint den Touristikern egal zu sein.“

Die bisherige Planung sah, wie berichtet, vor, dass im Zuge des Gesamtprojekts MCI-Neubau auch der Fenner-Sportplatz neu gestaltet werden sollte – gedreht, nach Norden versetzt und ein Stück über Erdniveau erhöht, mit der Tiefgarage darunter.

Die meisten Innsbrucker Gemeinderatsfraktionen hätten ihm jedenfalls bereits zugesichert, „dass sie hinter uns und dem Sportplatz stehen“, meint Lener. So erklärte Sportsprecher GR Christoph Kaufmann (Für Innsbruck, FI) gestern, dass jede Änderung der bisherigen Planungen des MCI „den Sportplatz an diesem Standort sicherstellen“ müsse. „Ich bin froh, dass dies in der Koalition derzeit außer Streit steht.“

Unstimmigkeiten gibt es in der Stadtregierung dennoch. So hat FI-Wirtschaftssprecher Markus Stoll BM Willi zuletzt einen Meinungsschwenk und „Zickzackkurs“ in Sachen Tiefgarage vorgeworfen und „eine rasche Lösung“ im Einvernehmen mit dem Tourismusverband eingefordert.

Diese Kritik wiederum löst bei Willi Erstaunen aus: Schließlich sei die Diskussion von FI ausgegangen: „Es war Vizebürgermeisterin Oppitz-Plörer, die als Erste im Stadtsenat vor fünf Tagen die Frage gestellt hat, ob der jetzige Gemeinderat noch an der Bus-Tiefgarage festhalten soll“, meinte Willi gestern. Nach Diskussion habe man nun eine Arbeitsgruppe unter Führung von Vize-BM Franz X. Gruber (VP), StR Uschi Schwarzl (Grüne) und GR Helmut Buchacher (SPÖ) festgelegt, die eine Lösung für die Reisebusse beraten solle.

Für den Fall, dass die Bus-Tiefgarage errichtet werde, steht für Willi fest, „dass sich diese über die Parkgebühren selbst tragen muss“. Dies führe „unweigerlich“ zu Parkgebühren in der Größenordnung von 100 Euro statt derzeit 30 Euro pro Bus. Die Alternative sei eben eine Lösung, bei der die Gäste in ihrem Reisebus oder per Shuttlesystem in die Innenstadt gebracht werden. „All diese Fragen soll die genannte Arbeitsgruppe diskutieren. Nicht mehr und nicht weniger“, schließt Willi.


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