Afghanischer Vize-Präsident kehrte aus Exil zurück - Explosion

Kabul (APA/AFP) - Nach mehr als einem Jahr im Exil ist der umstrittene afghanische Vize-Präsident Abdul Rashid Dostum am Sonntag nach Afghan...

Kabul (APA/AFP) - Nach mehr als einem Jahr im Exil ist der umstrittene afghanische Vize-Präsident Abdul Rashid Dostum am Sonntag nach Afghanistan zurückgekehrt. Nachdem er das Flughafengelände in Kabul verlassen hatte, erschütterte eine schwere Explosion den Airport, wie ein AFP-Reporter berichtete. Dabei habe es Verletzte gegeben, der Vize-Präsident sei aber unversehrt.

Der frühere Milizenführer wurde bei seiner Ankunft von Regierungsvertretern und Anhängern feierlich in Empfang genommen. Er verließ den Flughafen in einem gepanzerten Konvoi, dann ertönte die laute Explosion.

„Die Explosion ist wahrscheinlich auf einen Selbstmordattentäter zurückzuführen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Detaillierte Informationen zur Anzahl der Opfer gab es zunächst nicht. Mehrere Krankenwagen eilten zum Ort des Geschehens.

Dostum war im Mai 2017 in die Türkei geflohen, weil ihm in seinem Heimatland ein Strafverfahren wegen Misshandlung, Entführung und Vergewaltigung eines Rivalen drohte. Er soll Ende 2016 seinen Leibwächtern befohlen haben, seinen Rivalen Ahmed Ishchi mehrere Tage lang zu verschleppen, zu foltern und gemeinschaftlich zu vergewaltigen.

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Präsident Ashraf Ghani hatte den Usbeken Dostum 2014 zu seinem Stellvertreter ernannt, um bei den ethnischen Minderheiten im Norden Afghanistans zu punkten. Die Ernennung des einstigen Kriegsherren brachte ihm aber auch scharfe Kritik ein. Dostum wird für schwere Verbrechen nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban verantwortlich gemacht.

Seine Rückkehr war lange Gegenstand von Spekulationen. Sie erfolgte nun inmitten gewalttätiger Proteste in mehreren Provinzen im Norden Afghanistans, Dostums traditioneller Machtbasis.


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