Von Wohnen bis Verkehr: Brennende Fragen, klare Antworten

Groß war die Beteiligung der Leserinnen und Leser der TT bei einer Befragung zu dringenden Fragen im Land. Mehr als 7000 schickten uns ihre ausgefüllten Antwortkarten.

(Symbolfoto)
© Böhm

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Tiroler Tageszeitung als das führende Medium in Tirol wollte von den Tirolerinnen und Tirolern wissen, wie sie zu aktuellen Themen stehen. Die Resonanz war riesig, die Ergebnisse sind teils ein Handlungsauftrag an die Politik, mutige Schritte zu setzen – und für die TT-Redaktion ein Auftrag, hier weiterhin mit umfassender Berichterstattung und Kommentierung am Ball zu bleiben.

Sicherheit: Laut offizieller Kriminalitätsstatistik der Polizei geht die Zahl der Fälle zurück, es gibt aber eine Verlagerung hin zu neuen Fällen von Kriminalität (etwa im Online-Bereich). Trotzdem hat das subjektive Sicherheitsgefühl im Land in den letzten Jahren abgenommen. Die Handlungsanleitung an die Politik laut der Befragung: 46 Prozent der Befragten sind dafür, dass mehr Polizei auf die Straßen gebracht und damit die öffentliche Präsenz der Exekutive verstärkt wird. 45 Prozent verlangen schärfere Strafen für die Täter, 9 Prozent legten sich nicht fest bzw. wollte­n zu der Frage nichts sagen. Im Vorjahr wurden 7400 Personen beim unerlaubten Grenzübertritt ertappt. Deshalb sind 64 Prozent für verstärkte Kontrollen etwa am Brenner, 12 Prozent sind klar dagegen.

Bildung: Bildung ist eine der zentralen Zukunftsfragen für den künftigen Wohlstand im Land. Mit 41 Prozent spricht sich eine relative Mehrheit für ein­e gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen aus („Gesamtschule“), mit 36 Prozent ist aber eine fast gleich starke Gruppe klar dagegen. 23 Prozent legten sich nicht fest. 35 Prozent sind für mehr Lehrpersonal, um die Bildungsqualität der Kinder zu erhöhen, gleich 52 Prozent verlangen eine umfassende Reform des österreichischen Schulsystems.

Integration: Ein Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion ist die Frage Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen. 31 Prozent der Befragten fordern, dass der Staat bzw. das Land zusätzliche Deutschkurse anbietet, für 55 Prozent sollten Sozialleistungen hier an entsprechende Fortschritt­e geknüpft werden. Mit 67 Prozent sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung dafür, Sozialleistungen an den Integrationswillen zu knüpfen, 10 Prozent sprechen sich dagegen aus.

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Verkehr: Ein sehr viele Jahre dominantes Thema ist die Verkehrsfrage. 73 Prozent stellen sich demnach hinter den Kurs der Landesregierung, die Zahl der Transitfahrten auf nur noch eine Million mehr als zu halbieren (als ein Druckmittel gelten seit einigen Monaten die gehäuft praktizierten Block­abfertigungen). Gegen eine solche Transit-Obergrenze sind 5 Prozent, 22 Prozent legten sich nicht fest. Der als Vorleistung für das Okay der EU für das sektorale Fahrverbot eingeführte Lufthunderter für Pkw im Unterland bis nach Zirl wird von 34 Prozent gutgeheißen, mit 43 Prozent ist aber weiterhin eine relative Mehrheit der Befragten gegen Tempo 100 im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes Luft (IG-L). Der öffentliche Nahverkehr wurde in den letzten Jahren auch dank kräftiger Landeszuschüsse massiv ausgebaut. Nachholbedarf für eine weitere Verbesserung sieht die Bevölkerung aber für die Verbindungen in die Seitentäler (39 Prozent) sowie an den Randzeiten und in den Nachtstunden (43 Prozent).

Wohnen: Das bei den kürzlich stattgefundenen Landtags- und Innsbrucker Gemeinderatswahlen vielleicht brennendst­e Thema war die Suche nach Lösungen für genügend leistbaren Wohnraum. 63 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es bei Widmungen klar definierte Obergenzen bei den Grundstückskosten geben muss, 14 Prozent lehnen das hingegen ab. Könnte denn eine immer wieder politisch diskutierte Widmungsabgabe mithelfen, gehortetes Bauland zu mobilisieren? 55 Prozent sagen dazu Ja, 21 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Ebenfalls immer wieder diskutiert wird angesichts der kräftigen Mietpreiserhöhungen der letzten Jahre, ob die Mieten gedeckelt werden müssten. Mit 60 Prozent ist eine große Mehrheit für eine solche Deckelung, für 15 Prozent wäre das falsch.


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