Sechs Gefängniswärter nach Folterfall in Russland festgenommen

Immer wieder prangern Menschenrechtler Folter und Misshandlungen in russischen Gefängnissen an.

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Jaroslawl – Nach Bekanntwerden eines Folterfalls in einem russischen Provinzgefängnis sind sechs Wärter festgenommen worden. Sie hätten nach ersten Erkenntnissen ihre Befugnisse überschritten und einen Insassen mit Schlägen und Tritten misshandelt, teilte das Ermittlungskomitee am Montag in Jaroslawl mit. Auch die Leitung des Gefängnisses in der Provinzstadt nordöstlich von Moskau werde befragt.

In der vergangenen Woche war der Fall durch die russische Investigativzeitung Nowaja Gaseta bekannt geworden. Das Blatt hatte im Internet ein Video veröffentlicht, demzufolge der Insasse mehrere Minuten lang am ganzen Körper geschlagen wird. Zu sehen sind mehrere uniformierte Männer, andere halten den Insassen während der Misshandlungen fest; weitere beobachten das Vorgehen. Nach Angaben der Zeitung ereignete sich der Vorfall bereits im vergangenen Jahr.

Immer wieder prangern Menschenrechtler Folter und Misshandlungen in russischen Gefängnissen an. 2016 hatten Vorwürfe der systematischen Folter in einem russischen Straflager die Öffentlichkeit erschüttert, nachdem der damals inhaftierte oppositionsnahe Aktivist Ildar Dadin über regelmäßige Schläge und Todesdrohungen durch Gefängniswärter berichtet hatte. (dpa)


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