Land Burgenland kaufte 8,4 Kilometer lange Bahnstrecke im Landessüden

Rotenturm/Szombathely (APA) - Das Land Burgenland hat im südburgenländischen Bezirk Oberwart eine 8,4 Kilometer lange Bahnstrecke von Unterw...

Rotenturm/Szombathely (APA) - Das Land Burgenland hat im südburgenländischen Bezirk Oberwart eine 8,4 Kilometer lange Bahnstrecke von Unterwart nach Großpetersdorf gekauft. Bereits im Herbst 2017 wurde die Bahnstrecke Friedberg-Oberwart gekauft. Nun beträgt die Gesamtlänge Friedberg-Großpetersdorf 34,2 Kilometer. In Zukunft will man den Güterverkehr attraktiveren, hieß es am Montag in Rotenturm.

Der Kauf von der Südburgenländischen Regionalbahn GmbH bzw. Firma Schuch sei „natürlich eine Infrastrukturmaßnahme bzw. ein Infrastrukturvorteil für die gesamte Region. Wir schaffen dadurch eine Attraktivierung für Betriebsansiedelungen, für Industrieansiedelungen und in weiterer Folge auch die Möglichkeit, neue Arbeitsplätze in der Region zu bekommen“, erläuterte Andreas Reiner, Geschäftsführer der Verkehrsinfrastruktur Burgenland, einer Tochterfirma der Landesholding Burgenland.

Konkret wolle man die Bahnstrecke reaktivieren. „Wir wollen eine Anschlussbahn mit beschränkt öffentlichem Verkehr daraus machen. Das heißt, wir werden in Zukunft Güterverkehr auf der Strecke transportieren. In weiterer Folge haben wir vor, die Holzverladung aus der Gemeinde Oberwart herauszuverlegen. Wir haben da schon einen entsprechenden Standort ausgewählt“, sagte Reiner. Die Planungen dazu laufen. Wann es soweit sein soll, sei jedoch offen. Offen blieb bei der Pressekonferenz auch der Kaufpreis. „Darüber wurde Stillschweigen vereinbart“, so der Geschäftsführer.

Der Kauf der Bahnstrecke hat laut Reiner auch ökologische Vorteile. „Natürlich reduzieren wir dadurch den CO2-Ausstoß im Vergleich dazu, wenn der Transport über die Straße erfolgt.“ Außerdem werde in weiterer Folge auch die Staub- und Lärmbelastung für die Anrainer entlang der Strecke und für die Bewohner des Bezirks Oberwart reduziert. Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) erklärte, dass es ein „zusätzlicher Benefit“ sei, „wenn wir eine Bahninfrastruktur haben“.

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Gearbeitet werde im Zuge eines grenzüberschreitenden Forschungsprojekts auch an der möglichen Verlängerung der Bahnstrecke bis ins ungarische Szombathely (zu deutsch Steinamanger, Anm.). Dies sei aber auch von der Finanzierung abhängig - und von der EU. Denn ohne deren Mittel werde es nicht gehen.

Auch für Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) ist die Verbindung nach Steinamanger „das allerwichtigste, das größte Ziel. Und wenn wir das umgesetzt haben, dann ist das ein weiterer Turbo für das Südburgenland. Ich glaube, dass das Südburgenland riesige Chancen hat. Arbeitnehmer aus dem Südburgenland sind als Pendler überall sehr gefragt, aber uns wäre es allen miteinander noch lieber, wenn diese Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Chance hätten, durch eine starke Wirtschaft in der Region einen Arbeitsplatz zu finden“, meinte der Minister.

„Wir wollen die Eisenbahn erhalten und für die Zukunft nicht nur absichern, sondern ausbauen“, sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) vor zahlreichen Presse- und Gemeindevertretern. Für die Bahnstrecke, die man jetzt gekauft habe, seien in Zukunft relativ wenige Investitionen notwendig, da es bereits in der Vergangenheit Millioneninvestitionen gegeben habe, so Niessl.

„Unser Ziel ist es, möglichst viel auf die Schiene zu verlagern“, meinte der Landeshauptmann. Auch er verwies auf das Projekt Oberwart-Szombathely, das man im Auge habe. Neben dem Gütertransport habe man auch den Personenverkehr im Hinterkopf. Außerdem kündigte Niessl an, dass der Busverkehr für das gesamte Südburgenland im nächsten Jahr ausgeschrieben werde. Es werde eine Befragung über die Bedürfnisse der Busreisenden geben.


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