DFB bedauert Özil-Rücktritt und weist Rassismusvorwurf zurück

Der Deutsche Fußball-Bund bezog zum Rücktritt von Teamspieler Mesut Özil am Montag Stellung. Der DFB zeigte sich dabei selbstkritisch, ließ einige Aussagen aber auch unkommentiert.

Im Umgang mit der Causa Özil-Gündogan-Erdogan gestand der DFB Fehler ein.
© imago

Berlin - Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Rassismusvorwürfe des zurückgetretenen Nationalspielers Mesut Özil "in aller Deutlichkeit" zurückgewiesen. "Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland", heißt es in einer nach einer Telefonkonferenz des Präsidiums am Montag in Frankfurt am Main verbreiteten Erklärung.

Darin verweist die Verbandsspitze auf eine Reihe von Aktionen und Kampagnen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. "Der DFB steht für Vielfalt, von den Vertretern an der Spitze bis zu den unzähligen, tagtäglich engagierten Menschen an der Basis." Auch der Abschied Özils aus der Nationalmannschaft ändere nichts an der "Entschlossenheit des Verbandes, die erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung fortzusetzen".

Auch DFL-Präsident Reinhard Rauball stellte sich hinter die Position des DFB. "Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden", wird der 71-Jährige in einer Mitteilung der Deutschen Fußball Liga (DFL) vom Montag zitiert.

"Der deutsche Fußball hat mit unzähligen Aktionen bewiesen, dass er sich für Integration, ein faires Miteinander und ein weltoffenes Land engagiert", heißt es in der Erklärung weiter. "In den vergangenen Wochen sind offensichtlich von allen Seiten Fehler gemacht worden. Die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen." Unabhängig von der Art und Weise seines Rücktritts sei dem 29-jährigen Özil für seinen Einsatz in 92 Länderspielen zu danken.

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Özil hatte in seiner am Sonntag verbreiteten Rücktrittserklärung vor allem dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. Zuvor hatte es eine wochenlange Debatte über ein Foto Özils von einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Mai gegeben. Özil hatte trotz scharfer Kritik aus Deutschland vor der Weltmeisterschaft in Russland keine Stellungnahme zu dem Treffen abgegeben. (APA,dpa,TT.com)

DFB-Erklärung zum Rücktritt von Mesut Özil

Zur Leistung Özils für die Nationalmannschaft:

Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist. Deshalb ist und bleibt der DFB Mesut Özil für seine herausragenden Leistungen im Trikot der deutschen Nationalmannschaften sehr dankbar.

Zu den Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan:

Die Bilder mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan haben (...) bei vielen Menschen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein. Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir. Es war aber wichtig, dass Mesut Özil, wie vor ihm bereits Ilkay Gündogan, mit Blick auf dieses Foto Antworten gibt, unabhängig vom sportlichen Ausgang des Turniers in Russland. Im DFB gewinnen und verlieren wir zusammen, alle, als ein Team.

Zu den Rassismus-Vorwürfen gegen den DFB:

Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück. Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland.

Der DFB bedauert den Abschied von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft. Das ändert aber nichts an der Entschlossenheit des Verbandes, die erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung fortzusetzen.


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