Migranten sitzen seit Tagen auf Versorgungsschiff im Mittelmeer fest

Tunis (APA/dpa) - Dutzende Migranten sitzen weiterhin auf dem Mittelmeer vor der Küste Tunesiens fest. Am Montag war es bereits der elfte Ta...

Tunis (APA/dpa) - Dutzende Migranten sitzen weiterhin auf dem Mittelmeer vor der Küste Tunesiens fest. Am Montag war es bereits der elfte Tag. Die Flüchtlinge an Bord des Versorgungsschiffes „Sarost 5“ seien zunehmend erschöpft, sagte Monji Selim vom tunesischen Roten Halbmond am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Schiff liegt seit Tagen nur wenige Kilometer entfernt vor dem Hafen von Zarzis im Süden des Landes, nachdem es die Menschen nach ihrem Start in Libyen am 13. Juli im Mittelmeer aufgegriffen hatte. Ihrem Schlauchboot war der Treibstoff ausgegangen.

„Wir haben ein Problem, das es so noch nicht gab“, sagte Selim. „Die Migranten sind in der Such- und Rettungszone Maltas gerettet worden, aber ihnen wurde nicht erlaubt, in Zarzis einzulaufen.“ Die Behörden von Tunesien und Malta schieben sich in dem Fall die Verantwortung zu. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Tunis hatte vergangene Woche gesagt, die Rettung habe im Verantwortungsbereich Maltas stattgefunden. Die maltesische Regierung meldete sich am Freitag zu Wort: Eine Ausschiffung müsse am nächstgelegenen sicheren Ort geschehen. Dieser liege in diesem Fall in Tunesien.

Der Kapitän des Bootes habe es Helfern und Ärzten verboten, an Bord zu gehen, solange das Schiff nicht in Zarzis anlegen dürfe, sagte Selim. Hilfsorganisationen berichteten, einige der etwa 40 Migranten lehnten es aber ab, in Tunesien an Land zu gehen, weil sie viel Geld an Schlepper bezahlt hätten, um nach Europa gebracht zu werden.

Die Blockade fällt in eine Zeit des Streits um die Aufnahme von Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa kommen: Die neue Populisten-Regierung in Rom hatte mehrfach Schiffe mit geretteten Flüchtlingen blockiert oder sie gar nicht erst in italienische Häfen einfahren lassen. Auch Malta lehnte die Aufnahme mehrfach ab.


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