Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Geopolitik hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag einmal mehr zögern lassen. Drohungen der...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Geopolitik hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag einmal mehr zögern lassen. Drohungen der USA gegen den Iran und die anhaltenden Sorgen um den US-Handelsstreit mit China brockten dem DAX einen holprigen Wochenbeginn ein. Der deutsche Leitindex bewegte sich den Tag über moderat im Minus, wobei sich kurze Ausflüge über die Gewinnschwelle zweimal als Strohfeuer entpuppten. Am Ende gab der DAX um 0,10 Prozent auf 12.548,57 Punkte nach.

Bei seinen deutschen Indexkollegen waren die Vorzeichen inzwischen unterschiedlich: Für den MDAX ging es um 0,17 Prozent auf 26.526,92 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDAX hingegen schaffte es am Ende mit 2.886,13 Punkten über die Gewinnschwelle. Dies entsprach einem Aufschlag von 0,25 Prozent.

Einmal mehr sorgte Donald Trump an der Börse für die größten Schlagzeilen. Nachdem er die Märkte zuletzt schon mit der Androhung zusätzlicher Zölle auf China-Einfuhren belastet hatte, spitzte sich nun der Iran-Konflikt mit gegenseitigen Drohungen wieder zu. Trump warnte den iranischen Präsidenten in einer Twitternachricht vor schwerwiegenden Folgen, sollte er die Drohungen gegen die USA nicht einstellen. Laut Thomas Altmann von QC Partners hat der US-Präsident damit „die nächste politische Großbaustelle aufgemacht“.

Der Handelsstreit zwischen den USA, China und der EU blieb nach einem Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ebenfalls ein zentrales Thema, weil die teilnehmenden Finanzminister und Notenbankchefs vor den davon ausgehenden Gefahren für die Weltwirtschaft warnten. Dass sie sich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten, wertete Portfoliomanager Altmann aber immerhin als positives Zeichen.

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Unter den Einzelwerten standen die Papiere der Lufthansa mit einem Verlust von 2,2 Prozent negativ im Fokus. Überraschend schwache Quartalszahlen von Ryanair, die die Papiere des irischen Billigfliegers in London mit mehr als 6 Prozent ins Minus zogen, sorgten bei europäischen Fluggesellschaften insgesamt für schlechte Stimmung.

Aktien der Deutschen Post knüpften mit einem Abschlag von 2,25 Prozent an ihre Verluste vom Freitag an. Laut der „Bild am Sonntag“ hat Vorstandschef Frank Appel in einer Mitarbeiterzeitung zu verstärkten Anstrengungen bei der Sanierung des kriselnden Brief-und Paketgeschäfts aufgerufen. „Das führt Anlegern noch einmal vor Augen, wie schlecht es in diesem Segment läuft“, sagte ein Händler. Ein Logistiker wie die Post gilt am Markt aber auch als allgemeiner Verlierer des kriselnden Welthandels.

Ganz oben im DAX standen die Aktien von Thyssenkrupp. Mit einem Satz nach oben um 3,8 Prozent auf 22,68 Euro machten sie ihre Verluste der vergangenen beiden Handelstage fast wieder wett. Als Triebfeder dafür galt Experte Rochus Brauneiser von Kepler Cheuvreux, der ihnen bedeutendes Kurspotenzial zutraut. Je nach Ausmaß einer derzeit diskutierten Neuordnung des Konzerns liege der faire Wert für die Aktie bei 35 bis 45 Euro.

Im MDAX wurden Zalando mit einem Anstieg um 1,82 Prozent von Übernahmefantasie angetrieben. Das „Handelsblatt“ brachte den Online-Modehändler am Montag als mögliches Übernahmeziel von Wettbewerbern aus Fernost ins Spiel. Demnach sollen die chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba und JD.com derzeit nach Europa drängen. Laut Volker Bosse von der Baader Bank wäre solch ein Schritt ein Angriff auf den Branchengiganten Amazon.

Unter den Technologiewerten im TecDAX gehörten die Anteilscheine von Wirecard nach einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs mit rund 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Analyst Mohammed Moawalla hob das Kursziel auf 200 Euro an, womit er den Papieren ein Aufwärtspotenzial von einem Viertel bemisst. Er beließ sie auf seiner Liste für überzeugende Aktienempfehlungen.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA398 2018-07-23/18:07


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