Elysee-Palast: Kein Ausbau von Wohnung für Ex-Mitarbeiter Macrons

Paris (APA/AFP) - In der Affäre um den gewalttätigen ehemaligen Sicherheitsmitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat der...

Paris (APA/AFP) - In der Affäre um den gewalttätigen ehemaligen Sicherheitsmitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat der Elysee-Palast einen Bericht über den Ausbau einer Wohnung zugunsten von Alexandre Benalla dementiert. Die Zeitung „L‘Express“ hatte berichtet, dass 180.000 Euro bereitgestellt worden seien, um zwei Wohnungen in einem zum Präsidentenpalast gehörenden Gebäude zusammenzulegen.

Eine Wohnung von fast 200 Quadratmetern sollte laut dem Medienbericht daraus entstehen. Benalla selbst hatte laut der Zeitung „Le Monde“ erklärt, seit dem 9. Juli in dem zum Elysee-Palast gehörenden Gebäude am Quai Branly zu wohnen.

Eine Sprecherin Macrons sagte am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP, Benalla habe „nie auf dem Gelände des (Palais de l‘)Alma“ gewohnt. Es habe eine „Anfrage“ nach einer Wohnung gegeben, die im Laufe dieses Jahres bewilligt worden sei. Benalla habe die Wohnung aber „niemals bewohnt“.

Im November 2017 sei beschlossen worden, dass auf dem betreffenden Grundstück vier Wohnungen komplett renoviert werden sollten, die „in schlechtem Zustand“ gewesen seien, sagte die Sprecherin. Sie dementierte aber die Zusammenlegung von zwei Wohnungen und sprach von „ungenauen“ Zahlen.

Die Zeitung „Le Monde“ hatte vor einigen Tagen ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Benalla und der ebenfalls beschuldigte Angestellte der Regierungspartei La Republique en Marche (LREM), Vincent Crase, bei der Kundgebung am 1. Mai Demonstranten heftig angehen und schlagen.

Benalla trug dabei einen Polizeihelm, obwohl er nicht Polizist ist. Erst nach den Veröffentlichungen durch „Le Monde“ nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Am Sonntag wurde ein Verfahren eingeleitet.

Am Montag wurden Innenminister Gerard Collomb und ranghohe Vertreter der Polizei in der Nationalversammlung zu dem Fall angehört, an diesem Dienstag soll Macrons Büroleiter Patrick Strzoda folgen. Für Donnerstag ist eine Anhörung des Generalsekretärs des Elysee-Palastes, Alexis Kohler, geplant. Politische Gegner Macrons forderten auch eine Anhörung des Präsidenten selbst.


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