ImPulsTanz - „V-Trike“: Interessantes Konzept schlecht umgesetzt

Wien (APA) - Mit „V-Trike“ wollten die Choreografin Christine Gaigg, der Komponist Bernhard Lang, der Medienkünstler Winfried Ritsch und die...

Wien (APA) - Mit „V-Trike“ wollten die Choreografin Christine Gaigg, der Komponist Bernhard Lang, der Medienkünstler Winfried Ritsch und die Tänzerin Veronika Zott das klassische Verhältnis zwischen Tänzer und Musik umkehren. Im ausverkauften Foyer des Kinos im Wiener mumok stellte sich am Montag das Projekt jedoch als zu ambitioniert für die Künstler heraus.

Das seit über zehn Jahren immer wieder aufgeführte Konzept klingt gut: Eine Tänzerin soll auf einer mikrofonierten Metallplatte tanzen, während ihre Bewegungen von einer Kamera aufgenommen werden. Durch Wiederholungen („Loops“) der aufgenommenen Bilder und Töne sollen auf einer Leinwand überlappende Bilder entstehen, während die durch die Bewegungen verursachten Geräusche einen eigenen Rhythmus für die weiteren Tanzschritte liefern. Bei dem dadurch entstehenden abstrakten perkussiven und bildlichen Erlebnis würde die Tänzerin - ähnlich wie beim Stepptanz - gleichzeitig auch als Musikerin agieren. Soweit zumindest die durchaus interessante und vielversprechende Theorie.

In der Praxis ergaben sich jedoch gleich mehrere große Probleme: Die auf der Leinwand wiederholten Bewegungen und die als Loop verwendeten Sounds blieben kurz, insgesamt 38 „Szenen“ wurden in rund 50 Minuten vorgestellt. Ein wirklicher Bezug dieser aus tonalen und bildlichen Loops bestehenden Szenen zueinander war allerdings sowohl akustisch als auch visuell selten wahrzunehmen, was die Performance sehr episodisch und beinahe abgehackt machte. Die Veranstaltung wirkte daher eher wie die Demonstration einer netten technischen Spielerei und nicht wie eine Tanzperformance.

Auch wenn Zotts Bewegungen und die daraus entstehenden Töne vor dem minimalistischen Hintergrund beeindruckend und anmutig waren, blieb die Tänzerin den oft arhythmisch abgestimmten Loops ausgeliefert. Dies hatte zur Folge, dass die Bilder auf der Leinwand teilweise eher an eine Bildstörung als an eine Tanzvorführung erinnerten. Sowohl Ton als auch Bild waren oft asynchron und ließen einen erkennbaren Takt vermissen.

Zusätzlich spielte auch die elektronische Komponente nicht wirklich mit: Aufgrund eines technischen Problems musste die Vorführung nach knapp fünf Minuten abgebrochen und neu begonnen werden. Den Künstlern fiel es danach sichtlich schwer, wieder einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Möglicherweise gab darum Gaigg Zott und Ritsch mit lauter Stimme während der Vorführung immer wieder Anweisungen. Dies hatte den unangenehmen Nebeneffekt, dass man sich als Zuschauer ernsthaft die Frage stellen musste, ob man tatsächlich in einer Aufführung, oder in der Generalprobe sitzt - wohl mit ein Grund für einige Zuschauer, die Vorführung frühzeitig zu verlassen.

Auch die Künstler machten nach der Vorführung keinen zufriedenen Eindruck. Es war eine für alle Beteiligten anstrengende Stunde, die Bernhard Lang vor den Zuschauern so zusammenfasste: „Wir arbeiten mit instabilen Systemen.“

(S E R V I C E - www.impulstanz.at )


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