54-Jährige in Australien bei Dingo-Angriff schwer verletzt

Sydney (APA/AFP) - Im Westen Australiens ist eine Frau bei einem Angriff mehrerer Dingos schwer verletzt worden. Die Wildhunde fügten der 54...

Sydney (APA/AFP) - Im Westen Australiens ist eine Frau bei einem Angriff mehrerer Dingos schwer verletzt worden. Die Wildhunde fügten der 54-jährigen Bergarbeiterin Deb Rundle zahlreiche Bisswunden zu, wie sie am Montagabend dem Fernsehsender Channel Seven von ihrem Krankenhausbett aus sagte. Während ihrer Mittagspause vergangene Woche habe ein kleiner Dingo ihr das Handy gestohlen, deshalb sei sie ihm nachgelaufen.

In der Nähe seien dann aber drei weitere Wildhunde aufgetaucht. Rundle sagte, sie habe wegen der Hundeschar den Rückzug angetreten, aber die Tiere hätten sie angegriffen. „Überall auf dem Boden war Blut“, schilderte sie die Attacke in der Region Pilbara im Bundesstaat Western Australia. „Ich habe nur auf meine Wunden geschaut und ‚Oh mein Gott‘.“ Sie habe sich gefragt, ob sie jetzt sterben müsse. Erst nachdem sie zehn Minuten lang geschrien hatte, kamen ihr Kollegen zu Hilfe.

Die Bergarbeiterin schilderte, dass sich die Dingos in sie verbissen hätten. „Ich denke, als sie einmal auf den Geschmack gekommen waren, ließen sie einfach nicht locker.“ Eine Verwandte von Rundle sagte, die 54-Jährige habe überall am Körper außer am Kopf Bisswunden gehabt. Rundle muss jetzt Haut transplantiert werden, um die Wunden zu schließen.

Angriffe des australischen Wildhundes auf Menschen kommen äußerst selten vor. 2012 war ein Deutscher angefallen worden, als er auf Fraser Island im Bundesstaat Queensland zeltete. Im Jahr zuvor waren eine Südkoreanerin und ein dreijähriges Kind von Dingos gebissen worden. Einen Todesfall gab es im Jahr 2001, als die Wildhunde einen neunjährigen Buben tot bissen.

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Der wohl spektakulärste Fall eines Dingo-Angriffs ist der auf die kleine Azaria Chamberlain. Nach dem Verschwinden des Babys im Jahr 1980 wurde ihre Mutter wegen Mordes verurteilt und verbrachte drei Jahre im Gefängnis. 1986 wurde sie freigelassen, nachdem Kleidungsstücke ihrer Tochter in der Nähe eines Dingo-Baus gefunden worden waren. Nach jahrelangem Rechtsstreit der Mutter wurde 2012 schließlich offiziell festgestellt, dass Azaria von einem Dingo verschleppt worden war. Der Fall war mit der Schauspielerin Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt worden.


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