Das Ansehen der Pflege erhöhen

Ab Herbst Bachelor-Studiengang für gehobenen Dienst an sechs Standorten in Tirol.

(Symbolbild)
© AP

Innsbruck –Seit einigen Jahren wird daran gefeilt, im kommenden Herbst ist es so weit. In Innsbruck und Schwaz starten die ersten beiden Bachelor-Studiengänge für den gehobenen Pflegedienst. Die Standorte Lienz, Kufstein, Reutte und Zams folgen dann im Herbst 2019. Angeboten wird der Studiengang von der FH Gesundheit in Kooperation mit der UMIT­ Hall, als Folge einer 2016 in Kraft getretenen Novelle des Bundes, welche die Ausbildung zur Krankenpflegerin, zum Krankenpfleger auf ein akademisches Niveau hebt und die Diplompflege-Ausbildung ablöst.

„Mit der Akademisierung geht eine Erhöhung des Ansehens des Pflegeberufes einher“, sagte gestern Walter Draxl, Geschäftsführer der FH Gesundheit, bei der Präsentation des Studiengangs. Es solle jedoch niemand befürchten, dass deshalb künftig nur noch für die wissenschaftliche Berufskarriere ausgebildet werde, betont Draxl: „Die Ausbildung ist explizit für die pflegerischen Aufgaben, eben die Tätigkeiten am Krankenbett, ausgerichtet.“ Das sieht Christa Them, Leiterin des Departments für Pflegewissenschaften an der UMIT, genauso: „Von den Forschungsexpertisen können die künftigen Pfleger bloß profitieren.“

Für den drei Jahre dauernden Studiengang sind tirolweit jährlich rund 360 Plätze vorgesehen. Sprich: Auf 2061 Einwohner kommt ein Ausbildungsplatz, was im Bundesländervergleich Spitzenwert ist. In der Steiermark ist es umgerechnet ein Ausbildungsplatz für mehr als 17.000 Einwohner. Dazu kommen in Tirol noch die rund 1000 Ausbildungsplätze für Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten.

Auch Ernst Schöpf, Präsident des Gemeindeverbandes, und Bernhard Tilg, zuständiger Landesrat, sehen im neuen Modell viel Potenzial. Es sorge für eine flächendeckende Versorgung mit Pflegepersonal, sagen sie nahezu unisono. (bfk)


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