Zahlungsrisiken für Unternehmen in Asien steigen

Wien (APA) - In Asien müssen Unternehmen immer länger als vereinbart auf ihr Geld warten: 2017 mussten bereits 16,5 Prozent der Firmen Zahlu...

Wien (APA) - In Asien müssen Unternehmen immer länger als vereinbart auf ihr Geld warten: 2017 mussten bereits 16,5 Prozent der Firmen Zahlungsverzögerungen von 120 Tagen und länger hinnehmen, im Jahr zuvor waren es noch 12,5 Prozent, geht aus einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Coface hervor. Das Ausfallrisiko steigt damit weiter an.

Hauptgrund dafür ist, dass die Abnehmer der Unternehmen unter härterem Wettbewerb stehen und geringere Margen erzielen, geht aus der Analyse, für die 3.000 Firmen aus China, Indien, Malaysia, Hongkong, Japan, Australien, Singapur, Taiwan und Thailand befragt wurden, hervor.

Demnach verzeichneten 2017 zwar etwas weniger Unternehmen einen Anstieg bei verspäteten Zahlungen, dafür waren sowohl die Dauer des Zahlungsverzugs und als auch die Höhe der ausstehenden Beträge deutlich kritischer. Insgesamt waren 2017 63 Prozent der Unternehmen (2016: 64 Prozent) in Asien und dem pazifischen Raum von Zahlungsverzögerungen betroffen. Am längsten mussten Firmen in China und Indien auf die Begleichung ihrer offenen Rechnungen warten.

Die Höhe der Außenstände wurde für die Unternehmen spürbar gefährlicher. „Nach unserer Erfahrung werden Zahlungsverzögerungen dann zum Risiko für die Liquidität, wenn sie länger als 90 Tage dauern und zwei Prozent des Umsatzes überschreiten“, so Michael Tawrowsky, Österreich-Chef von Coface, zur Studie.

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Dies traf im Vorjahr bei einem Drittel der befragten Firmen zu, deutlich mehr als 2016: Damals mussten 26 Prozent mit sehr schleppenden Zahlungen, die zwei Prozent des Jahresumsatzes überschritten, kämpfen. Der Anteil der Firmen, bei denen sich die sehr langen Verzögerungen auf zehn oder mehr Prozent des Jahresumsatzes beliefen, stieg sogar von 5 auf 10 Prozent. Damit setzt sich der Negativtrend fort.

Auch die Zahlungsziele selbst werden immer länger: Im Schnitt wurden 2017 64 Tage vereinbart, im Jahr zuvor waren es 59. „Japanische Unternehmen räumen im Schnitt mit 98 Tagen die längsten Fristen ein, wobei 52 Prozent sogar 120 Tage und mehr gewähren“, schreibt Coface. In Malaysia hingegen liegt das Durchschnittsziel bei 48 Tagen.


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