Brasilianische Studentin bei Unruhen in Nicaragua erschossen

Managua (APA/dpa) - Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nicaragua ist eine brasilianische Medizinstudentin getötet worden. Unbekan...

Managua (APA/dpa) - Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nicaragua ist eine brasilianische Medizinstudentin getötet worden. Unbekannte hätten auf das Fahrzeug der Frau geschossen und sie tödlich getroffen, sagte der Rektor der Universidad Americana (U), Ernesto Medina, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Die Studentin habe seit sechs Jahren in dem mittelamerikanischen Land gelebt. Nach Augenzeugenberichten wurde die Frau unweit ihres Zuhauses in der Hauptstadt Managua von Paramilitärs attackiert.

In den Medien ihres Heimatlandes sorgte der Tod der Frau für Entsetzen. Die Studentin, die im August 32 Jahre alt geworden wäre, habe sich nicht an den Protesten in Nicaragua beteiligt, schrieb die Tageszeitung „Folha de S. Paulo“ unter Berufung auf den Vater der Frau. Auch eine Freundin der Studentin erklärte nicaraguanischen Medien, die Brasilianerin habe sich nicht an Demonstrationen beteiligt.

Nicaragua erlebt eine bisher beispiellose politische Krise. Mitte April begannen Proteste gegen eine geplante Sozialreform der Regierung unter dem autoritären Präsidenten Daniel Ortega. Die Reform wurde zurückgezogen, die Menschen demonstrierten aber weiter, unter anderem für eine freie Presse und Meinungsäußerung. Die Situation eskalierte, als regierungsnahe Gruppen die Demonstranten angriffen. Menschenrechtsorganisationen sprechen von mehr als 350 Toten und 2.100 Verletzten. Die Regierung erkennt nur rund 50 Tote an.


Kommentieren